| Die Stadt
Im Zentrum der Arabischen Republik Jemen, etwa 135 Kilometer östlich von Sanaa am Südweststrand der innerarabischen Wüste Rub Al- Khali liegt in einer Höhe von ungefähr 1200 Metern über dem Meeresspiegel die Stadt Marib.
Das Gebiet gehört zu den ariden, dass heißt trockenen Zonen des Jemen. Die jährlichen Niederschläge sind minimal und treten in der Regel als Gewitter auf. In vielen Jahren bleiben sie vollständig aus. Die Tagestemperaturen erreichen oftmals Werte über 30°C, gerade in den Morgenstunden der Wintermonate können sie aber auch auf Werte um die 5°C absinken, was zu beträchtlichen täglichen Temperaturschwankungen führt.
Ohne Bewässerung kann in dieser Klimazone nur spärliche Vegetation gedeihen. In den unteren Gebirgshängen und in der Savanne der Wadis wachsen zahlreiche Sträucher, darunter der Dornbusch und die Akazie. Die im Osten anschließenden Wüstengebiete sind vegetationsfrei.
Sehenswertes
Inmitten der Südoase von Marib liegt das wichtigste Heiligtum des sabäischen Reiches, der Awam- Tempel. Seine ungeheuere Größe sowie seine ungewöhnliche Form mit einer ovalen Umfassungsmauer machen den Awam- Tempel zu einem der Sehenswertesten Bauwerke Südarabiens.
Von großem Interesse sind der Tempel des Gottes Luna, der Thron von Bilquis und der riesige Staudamm, von dem über Tausende von Jahren der Wohlstand des Königreichs von Saba abhing.
Des Weiteren liegt in den bewässerten Feldern der Südoase Marib der Almaqah- Tempel von Bar'an, einer der schönsten Bauten in Marib. Das dem sabäischen Hauptgott Almaqah geweihte Heiligtum zählt zu den wenigen vollständig erforschten Tempeln des Jemen und wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Die noch erhaltenen füneinhalb Pfeiler des Eingangsbereiches sind die höchsten monolithischen Pfeiler Südarabiens.
Etwa 40 Kilometer von Marib entfernt liegt die sabäische Stadtanlage von Sirwah. Sie bildet im ersten Jahrtausend v. Chr. neben der antiken Metropole von Marib das wichtigste Zentrum des sabäischen Reiches. Innerhalb der von einer mächtigen Befestigungsmauer umgebenen Stadt befinden sich große Monumentalbauten, zu denen unter anderem Tempel, Wohnhäuser und ein Veranstaltungsgebäude zählen.
Schon 1200 v. Chr. soll die heute versunkene Stadt der Königin von Saba durch den Handel mit Weihrauch eine der reichsten Städte der arabischen Halbinsel gewesen sein. Heute lassen sich Prunk und Wohlstand der Vergangenheit noch nicht einmal erahnen, denn sie besteht nur noch aus baufälligen Lehmruinen. Wenige Autominuten von Marib entfernt, zeugen die Überreste zweier Tempelanlagen von der Blütezeit der legendären Metropole. In einigen Kilometern Entfernung sind die imposanten Reste eines gewaltigen Staudammes aufzufinden. Er zählt zu den Wunderwerken der Antike. |