param name="BGColor" value="#0ECA8E>


                              Europa | Asien | Amerika | Afrika | Australien      



   Reisen | Service | Kontakt | Home 


Vietnam
Geschichte

Diesen Artikel empfehlenDruckversion

 

Über 3000 Jahre alt ist die bis heute bekannte Religion der Dieu- Kultur. Der Hauptfundort für deren Artefakte ist die namensgebende Dieu- Höhle, die sich in der Provinz Hoa Binh in südlicher Richtung der Stadt Hanoi befindet. 

Ab etwa 16.000 v. Chr. gab es die Hoa- Binh- Kultur, deren Steinwerkzeuge im Gebiet des gesamten kontinentalen Südostasien auf gefunden wurden. Die letzte altsteinzeitliche Kultur der Region ist die Bacson- Kultur, bei welcher nicht nur Steinwerkzeuge sonder auch Keramik vorkam. 

Rund 1500 v. Chr. begann die Bronzezeit mit der Sa- Huynh- Kultur, deren Mitglieder die Küsten und vorgelagerten Inseln be siedelten. Zur gleichen Zeit existierte im Delta des Roten Flusses die Dong- Song- Kultur, vor allem für ihre reich verzierten Bronzetrommeln berühmt. Aus dieser Kultur ging Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. das erste bekannte Königreich der Vietnamesen hervor. Dieses Reich umfasste den größten Teil des heutigen Nordvietnam. 

Im 3. Jahrhundert v. Chr. wanderten aus dem Gebiet des heutigen Südchina Au Viet ein und vermischten sich mit den ansässigen Lac Viett. 

258 v. Chr. gründete Thuc Phán das Königreich Au Lac und ernannte sich eigentständig zum König An Duong Vuong.

Im Jahre 111 v. Chr. wurde Nam Viet von Truppen Han Wudis erobert und als Präfektur  Jiaozhi  in das chinesische Reich eingegliedert. Unter der chinesischen Herrschaft werden technische Errungenschaften im Reisanbau, in der Viehhaltung und der Baukunst übernommen. Es kommt aber auch zu mehreren Aufständen und kurzzeitiger Unabhängigkeit. Ein selbstständiges Reich kann sich gegen die chinesische Übermacht jedoch niemals lang halten. Im Jahre 679 wird die Präfektur in An Nam  umbenannt.

Das Königreich Champa entsteht im 2. Jahrhundert v. Chr. in Mittelvietnam. Kurze Zeit danach schließen sich weiter südlich, im Gebiet des Mekong- Delta, mehrere kleinere Reiche zu Funan zusammen, das als Vorläufer des späteren Kambuja, des Reiches der Khmer, gilt. Champa und Funan sind beide stark vom Land Indien hinsichtlich Kultur und Religion geprägt. Daher finden wieder und wieder kriegerische Auseinandersetzungen mit wechselnden Koalitionen zwischen den Khmer, den Cham und Annam sowie Piraten statt. 

Frühe Dynastien

Ende des 10. Jahrhunderts bricht in China die Tang- Dynastie zusammen. Annam nutzt dieses aus, um sich der chinesischen Macht zu entziehen. Der erste Vietnamesische Staat entsteht nach der Schlacht am Bach- Dang- Fluss im Jahr 938 unter dem Strategen Ngo Quyen. Bis zum Jahr 968 wird der Staat unter Dinh Bo Linh konsolidiert; bis 1009 wechseln sich jedoch mehrere Dynastien an der Macht ab.

Von 1010 bis 1225 wird der Staat Dai Viet von der Ly- Dynastie beherrscht, deren Gründer Ly Thai To ist. Unter den Ly verteidigt sich der Staat erfolgreich gegen die Chinesen unter den Sung, gegen die Khmer und Cham. Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts werden von den Cham erste Gebietsgewinne gemacht. Unter den Ly wird das Staatswesen nach chinesischem Vorbild gestärkt, Machtstrukturen und Organisation werden konsolidiert und an vietnamesische Bedürfnisse angepasst.

1427 gründet Le Loi die Le- Dynastie, die bis zum Jahr 1789 regiert. Unter den Le werden wieder die vietnamesischen Traditionen bewusst betont, es bleibt jedoch der Konfuzianismus die dominante Säule der Staatsorganisation. Unter den Le wird Champa erobert und die vietnamesische Macht bis an den Mekong ausgedehnt. Ende des 14. Jahrhunderts erodiert die Macht des Königshauses. Das vietnamesische Königshaus muss zahlreiche Jesuiten und Franziskaner im Land dulden. Die europäischen Missionare bringen neben neuen Religionen auch neue Technologien ins Land, beispielsweise wird von dem Jesuiten Alexandre de Rhodes die bis heute gebräuchliche, auf den lateinischen Buchstaben basierende vietnamesische Schrift Quoc Ngu entwickelt.

1765 bricht die Tay- Son- Rebellion aus. Aus dem folgenden Bürgerkrieg geht mit französischer Hilfe der Prinz Nguyen Anh, der der einflussreichen Händlerfamilie Nguyen entstammt, im Jahr 1789 als Sieger hervor. Er ernennt sich selbst zum Kaiser Gia Long, erklärt die Stadt Hue zur Hauptstadt und gibt dem Land den Namen Vietnam. Unter seiner Herrschaft und mit französischer Beratung werden große Infrastruktur- und Verteidigungsprojekte in Angriff genommen, was die staatlichen Finanzen erheblich verringert. Das Gebiet des Reiches wird vergrößert, ab dem Jahre 1834 gehören Teile des heutigen Kambodscha als Provinz Tran- tay- thanh zum Land Vietnam.

Französische Kolonialherrschaft

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verstärken die Franzosen ihren Druck auf die Nguyen- Kaiser. Es kommt zu Ausschreitungen der verarmten Bevölkerung, wobei sich der Zorn gegen französische Missionare richtet. Um als Schutzmacht der christlichen Missionen Stärke zu zeigen, greifen französische Kanonenboote im Jahr 1858 den Hafen Danang und das Mekong- Delta an. Kurz darauf tauchen auch Kanonenboote auf dem Parfüm- Fluss auf, der durch die Hauptstadt Hue fließt. Ab dem Jahr 1862 muss Vietnam Gebiete an die Franzosen abgeben. 

Bis 1883 werden drei Protektorate namens Annam, Cochinchina und Tonkin gegründet, die der vietnamesische Kaiser annehmen muss. Somit steht das Land Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft. Auf Grund der Einführung der Geldwirtschaft nimmt die Verarmung der Bevölkerung weiter zu, während in den ländlichen Regionen des Landes eine schmale Großgrundbesitzerschicht entsteht. 

In der Folgezeit kommen vietnamesische Studenten und Intellektuelle in Europa, vor allem in Frankreich, mit den Ideen des Nationalismus und Kommunismus in Kontakt. Der bedeutendste unter ihnen ist Ho Chi Minh, der 1929 die in Annam, Cochinchina und Tonkin tätigen kommunistischen Parteien zu einer Einheitspartei vereinigt. Die Partei wird jedoch im Jahr 1930, nach dem missglückten Yen- Bai- Aufstand und der Hinrichtung einiger ihrer Mitglieder geschwächt.

1941 wird Vietnam von Japanern besetzt, dies geschieht während des Zweiten Weltkrieges. Nachdem Ho Chi Minh 1941 aus dem Exil zurückkehrt, wird bald aus über 40 Widerstandsgruppen eine "Liga für die Unabhängigkeit Vietnams" unter dem Namen Viet Minh zur Abwehr des japanischen Imperialismus und französischen Kolonialismus gebildet. Die Japaner stürzen die französische Herrschaft und setzen Kaiser Bao Dai ein. Die Beamten der ehemaligen Kolonialverwaltung bleiben aber weiterhin vor Ort tätig. Die USA unterstützen die Viet Minh, die bei der Bekämpfung der japanischen Okkupation einige Erfolge erzielen. 

Im August des Jahres 1945 muss der Kaiser Bao Dai nach dem Aufgeben seinen Rückzug antreten. Am 2. September 1945 proklamiert Ho Chi Minh nach der erfolgreichen Augustrevolte die Demokratische Republik Vietnam. Die Unabhängigkeitserklärung beruft sich auf die Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 und auf die Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte nach der französischen Revolution. Somit war Vietnam die erste unabhängige Republik Südostasiens.

Nach der Potsdamer Konferenz fällt Vietnam in den Herrschaftsbereich der Briten. Diese müssen jedoch die besiegten Japaner bitten, im aufständischen Süden einzugreifen. Im Norden wiederum marschieren ab September 1945 nationalchinesische Truppen ein mit dem Auftrag, die Japaner zu entwaffnen. Trotz eines Friedensvertrages mit den Viet Minh erzwingen die Franzosen am 23. September 1945 die Wiedererrichtung ihres kolonialen Regimes in Südvietnam. Chinesen und Briten übergeben Vietnam wieder an Frankreich.

Indochinakrieg

Der Versuch Frankreichs, sich auch das inzwischen unabhängige Nordvietnam wieder botmäßig zu machen, führt 1946 zum Indochinakrieg. In Südvietnam wird 1948 eine unter französischer Aufsicht stehende Gegenregierung eingesetzt, der ab 1949 der ehemalige Kaiser Bao Dai als Staatschef vorsteht. Nach jahrelangem Guerillakampf gelingt es den Viet Minh unter General Vo Nguyen Giap am 7. Mai des Jahres 1954, die Franzosen in der Schlacht von Dien Bien Phu zu überwältigen. Dies geschieht trotz großer finanzieller und militärischer Unterstützung von den USA. Etwas 80  Prozent der Kosten des Indochinakrieges wurden durch die USA finanziert. Präsident Truman beginnt durch diese Unterstützung das Engagement in Vietnam, das noch länger andauern sollte. Dien Bien Phu markiert das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina. Es folgen ein Waffenstillstand und die Genfer Konferenz, auf der die Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrades in die Demokratische Republik Vietnam  und die Republik Vietnam beschlossen wird.

In Südvietnam beauftragt Staatschef Bao Dai am 16. Juni 1954 den Katholikenführer Diem mit der Regierungsbildung. Im Jahr darauf entmachtet Diem Bao Dai und erhebt sich selbst zum Staatschef. Die von den Viet Minh durchgeführten Landreformen werden zurückgenommen. Die Regierung Diems ist unpopulär, Studenten und Buddhisten protestieren gegen die Regierungspolitik. 

Die USA sehen sich veranlasst, ihre Unterstützung für Südvietnam zu verstärken, um den Sturz des Regimes zu verhindern. Bis zum Jahre 1960 versinkt Südvietnam immer mehr in Chaos. Am 2. November 1963 wird Diem ermordet. 

Vietnamkrieg

Am 30. Juli des Jahres 1964 provozieren bzw. fingieren die USA einen Zwischenfall im Golf von Tonkin. Die USA starten massive "Vergeltungsangriffe" auf Nordvietnam. Dieser Vorfall ist der Beginn des Vietnamkrieges. Ab dem Jahr 1965 gibt es einen systematischen Luftkrieg der USA gegen Nordvietnam, im Süden operieren US- Bodentruppen. Im Jahr 1968 eskaliert der Krieg, obwohl die USA Nordvietnam militärisch weit überlegen sind. Auf der Seite der Befreiungsbewegung kämpfen rund 200.000 Partisanen und 50.000 Angehörige der offiziellen nordvietnamesischen Streitkräfte. Ihnen stehen rund 550.000 Amerikaner, ungefähr die gleiche Zahl Südvietnamesen, 50.000 Südkoreaner gegenüber.

Am 31. Januar des Jahres 1968 gelingt der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams in einer riskanten Operation ein politisch bedeutender Sieg: In der Tet- Offensive nehmen die kommunistischen Partisanen Südvietnams vorübergehend Teile Saigons und weiterer Städte ein, die gut gesicherte Botschaft der USA in Saigon wird angegriffen. Nun kann die Regierung der USA nicht weiterhin behaupten, die Auseinandersetzung sei unter Kontrolle. Es ist offensichtlich, dass der Krieg aufgegeben werden muss, die öffentliche Meinung in den USA schwenkt um, nicht zuletzt aufgrund von Presseberichten und Bildreportagen über Kriegsgräuel, Massaker und Napalm- Opfer. Die USA beschließen deshalb im Jahr 1969 die Vietnamisierung des Krieges und den Abzug ihrer Truppen in mehreren Etappen. Die Bombardierungen und Luftangriffe, insbesondere die Verwendung von Entlaubungsmitteln, dauern jedoch bis 1973 an.

Am 28. Januar des Jahres 1973 vereinbaren Henry Kissinger und Le Durc Tho, der Nachfolger von Ho- Chí- Minh, einen Waffenstillstand. Somit endete die unmittelbare Kriegsbeteiligung der USA, sie belieferten Südvietnam jedoch weiterhin mit Waffen. Die Nordvietnamesen setzen den Kampf gegen Südvietnam fort. 

Am 21. April 1975 steht die Stadt Saigon vor dem Fall, Staatschef Nguyen Van Thieu legt sein Amt nieder, die letzten verbliebenen Vertreter der USA werden evakuiert. Am 30. April wird Saigon eingenommen, Südvietnam gibt ohne sich zur Wehr zu setzen auf. Somit endete der Vietnamkrieg. 

Sozialistische Republik Vietnam

Am 2. Juli des Jahres 1976 werden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint. Des Weiteren wird die ehemalige Hauptstadt des Landes Saigon in Ho- Chi- Minh- Stadt umbenannt. 

Das im Gefolge des Vietnamkrieges entstandene Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha und vor allem das Ausbreiten von kriegerischen Auseinandersetzungen auf vietnamesischem Gebiet veranlassen Vietnam, in Kambodscha einzufallen. Am 8. Januar im Jahr 1979 erobern vietnamesische Truppen die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Die Volksrepublik China, die die Regierung der Roten Khmer unterstützt hatte, provoziert daraufhin entlang der Grenze zu Vietnam bewaffnete Auseinandersetzungen. Da das Land China hohe Verluste hat, werden die Kämpfe nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Kambodscha lässt erst im Jahr 1989 von Vietnam ab. 

In den 90er Jahren konnte das Land ein rasantes Wirtschaftswachstum verzeichnen und Vietnam wurde wieder in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen. Diplomatische Beziehungen zur USA wurden im Jahre 1995 wieder aufgenommen, ein Jahr später hoben die USA das Handelsembargo gegen Vietnam auf.


©  by Weltinfo.com

Nach oben