| Das Land Israel wird ab dem 13. Jahrhundert v. Chr. von verschiedenen halbnomadische israelitischen Stämmen besiedelt. Jerusalem wird nach biblischer Überlieferung rund 1000 v. Chr. Hauptstadt von Davids Königreich Israel, welches nach dem Tod seines Thronfolgers Salomo in zwei Reiche zerfiel. Das Nordreich Israel geht im Jahr 722 v.Chr. im Kampf gegen die Assyrer unter, das Südreich Juda wird 587 v.Chr von Babylon eingenommen. Das Land ist Teil des Perserreichs, später des Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der Seleukiden.
Der Aufstand der Makkabäer im Jahr 165 v.Chr. bringt Israel für kurze Zeit die Freiheit, doch beginnt 63 v.Chr. die Zeit der römischen Oberherrschaft. Im Jahre 70. n.Chr. wird Jerusalem komplett zerstört. Der letzte jüdische Aufstand in Israel gegen die römische Herrschaft wird im Jahr 135 n.Chr. niedergeschlagen.
Von 1099 bis 1291 regierten die Kreuzfahrer das Land unter dem Namen „Lateinisches Königreich Jerusalem”. Es folgen die Mameluken in der Zeit von 1291 bis 1517 danach die Osmanische Herrschaft von 1517 bis 1918. Keine dieser Obrigkeiten hatte für Palästina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbstständige geografische Einheit betrachtet.
Im religiösen und historischen Bewusstsein der Juden war Israel immer das „Heilige Land” geblieben, das mit der Bibel und Geschichte des jüdischen Volkes verbunden ist. Die Bedürfnisse der arabischen Bevölkerung spielten in dieser Tradition kaum eine Rolle. Führende Zionisten waren sich der Problematik allerdings bewusst und strebten neben einer internationalen Legitimation, die zweifellos von der Denkweise des Kolonialismus geprägt war, auch eine Einigung mit den Arabern an.
Zwischen 1904 und 1914 erfolgt die zweite Alija. Bereits 1909 wird mit Tel Aviv die erste moderne jüdische Stadt gegründet. Im Juli 1922 teilen die Briten Palästina in zwei Verwaltungsbezirke. Juden ist es im Folgenden nur noch erlaubt, sich westlich des Jordan anzusiedeln. Dies machte die Hoffnungen nach einem Israel in den Grenzen der Zeit des Königs David und Saomon zunichte. Im östlichen Teil, der Transjordanien genannt wird, setzen die Briten einen haschemitischen Herrscher ein, der von der arabischen Halbinsel vertrieben worden war.
Zwischen 1924 und 1932 folgt die vierte Immigrationswelle, von 1933 bis 1939 die fünfte, wodurch die jüdische Bevölkerung in Palästina stark wächst. Zunächst werden Transjordanien und Palästina noch als Verwaltungseinheit mit einheitlichen Mandatsgesetzen, der gleichen Währung und gleichen Mandatspässen betrachtet. Mit der Unabhängigkeit Transjordaniens im Jahre 1946 ist das Palästina der britischen Mandatszeit allerdings endgültig geteilt.
Am 29. November des Jahres 1947 stimmt die Generalversammlung der Vereinigten Nationen mit Zweidrittelmehrheit für die Teilung, die Westpalästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat splitten soll. Mit dem Ziel, tatsächlich einen unabhängigen jüdischen Staat zu gründen und den Überlebenden der Schoa eine Heimat zu ermöglichen, akzeptiert die jüdische Bevölkerung den Plan. Die Araber lehnen den Plan dagegen ab.
Kurz darauf beginnt im Zusammenhang mit dem Angriff der arabischen Staaten auf den neuen Staat Israel die Flucht bzw. Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus den nun Israel zugeteilten Gebieten, teilweise begleitet von der Zerstörung ihrer Dörfer, Bauten und Dokumente; oft ging damit der Nachweis der Existenz der palästinensischen Bevölkerung und somit ihres Rechtanspruchs verloren.
Am 14. Mai 1958 kam es zur formellen Gründung des Staates Israel; noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi- Arabien, Jordanien, Libanon Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische Unabhängigkeitskrieg, welcher von Mai 1948 bis Juli 1949 dauerte und der Israel gegenüber dem Teilungsplan deutliche Gebietsgewinne - vor allem im westlichen Galiläa um Akko und im nördlichen Negev brachte. 1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der Irak zog sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurück. Die nach dem Teilungsplan für die Palästinenser vorgesehenen Gebiete gelangten unter jordanische beziehungsweise ägyptische Verwaltung.
Nach der Nationalisierung des Suezkanals beschlossen Frankreich, Großbritannien und Israel 1956 die Sues- Kampagne. Nach einem israelischen Angriff sollten die beiden ehemaligen Großmächte als scheinbar neutrale Kräfte intervenieren und das Kanalgebiet besetzen. Am 29. Oktober 1956 stießen israelische Truppen in den Gazastreifen und den Sinai vor und am 5. November begannen die europäischen Truppen zu landen, doch die Kampagne musste beendet werden. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten und der UNO zogen sich die drei Angreifer bis zum März des Jahres 1957 aus den besetzten Gebieten zurück. Allerdings wurde die israelisch- ägyptische Grenze in der Folge durch UN- Friedenstruppen gesichert und der Zugang zum Golf von Akaba war frei für die israelische Schifffahrt. Die USA verpflichteten sich gegenüber Israel, diesen internationalen Wasserweg offen zu halten.
Am 5. Juni 1967 kam es zum Sechstagekrieg, bei dem Israel dem sich abzeichnenden gemeinsamen Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen Präventivschlag zuvorkam. Ägyptische Streitkräfte waren in die demilitarisierte Zone des Sinai vorgerückt, Nasser forderte die UN-Truppen auf, das Grenzgebiet zu Israel zu verlassen und die Straße von Tiran wurde für die israelische Schifffahrt gesperrt. In den folgenden Tagen eroberte Israel den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und Ostjerusalem und schließlich die Golanhöhen. Am 11. Juni wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Juni beschloss das israelische Kabinett die Gebiete in Friedensverhandlungen zurückzugeben. Am 1. September beschlossen die arabischen Staaten in Chartum, nicht mit Israel zu verhandeln. In der UN- Resolution 242 des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 wurde von Israel gefordert, sich aus Gebieten, die im Sechstagekrieg erobert worden waren zurückzuziehen. Im Gegenzug sollte Israel territoriale Unversehrtheit garantiert werden.
Im Jahr 1973 an Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungstag, folgte erneut ein Krieg. Unter vorhergehender sowjetischer Rüstungshilfe griffen Ägypten und Syrien das Land an. Dieser Tag wurde von den Angreifern gewählt, da man glaubte, am höchsten jüdischen Feiertag, an dem das öffentliche Leben in Israel weitgehend stillsteht, erhebliche Erfolge erzielen zu können. Dies stellte sich jedoch als Trugschluss heraus - Israel gelang es, die arabischen Armeen zu schlagen. Als Reaktion auf den verlorenen Krieg verringerten die arabischen Ölförderstaaten die Ölfördermenge drastisch, um so politischen Druck auszuüben. Im Jahr 1979 wurde auf Initiative des ägyptischen Präsidenten ein Friedensprozess in Gang gesetzt und der israelisch- ägyptische Friedensvertrag unterschrieben, der unter anderem die Rückgabe des Sinai bis 1982 regelte.
Im Juni 1981 griff Israel in den irakisch- iranischen Konflikt ein: israelische Flugzeuge bombardierten den Atomreaktor Osirak nahe der Stadt Bagdad und zerstörten ihn. Begründet wurde dieser Zwischenfall mit der atomaren Bedrohung Israels durch den Irak.
Ab den 80er Jahren nahmen die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern mehr und mehr zu. 1987 brachen Unruhen zwischen Palästinensern und Israelis aus. Die Folgejahre standen im Zeichen dieser Auseinandersetzung, aber auch von Friedensverhandlungen, die zur Einführung einer palästinensischen Selbstverwaltung für die Gebiete des Gazastreifens und des Westjordanlandes führten. Zwischenzeitlichen Fortschritten standen Rückschritte und schwere Krisen gegenüber. Den vorerst größten Stillstand erreichte der Friedensprozess, nachdem sich im Jahr 2000 der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und der PLO- Chef Jassir Arafat in Camp David unter der Vermittlung des damaligen US- Präsidenten Bill Clinton nicht einigen konnten. Strittige Punkte waren vor allem die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die Teilung Jerusalems und die Aufgabe von Gebieten, die Israel im Sechstagekrieg erobert hatte. Auch relativ weitreichende Zugeständnisse der Israelis, wie der Verzicht auf 95 % der umstrittenen Gebiete, konnten ein Scheitern der Verhandlungen nicht verhindern. Bei der Beurteilung der Verhandlungen und der Gründe für deren Scheitern gibt es unterschiedliche, kontrovers diskutierte Ansichten.
Nur wenige Monate später kam es zu einer dramatischen Verschlechterung der Situation. Im September 2000 brach die al- Aqsa- Intifada aus, in deren Verlauf die Friedensverhandlungen abgebrochen wurden. Palästinensische Selbstmordattentate und israelische Gegenreaktionen, wie der Einmarsch in arabische Städte, kosteten bis zu Beginn des Jahres 2005 mehreren tausend Menschen beider Seiten das Leben. |