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Deutschland
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Das im 5. Jahrhundert gegründete Frankenreich erreicht unter Karl dem Großen seine größte Ausdehnung. Es erstreckt sich von den Pyrenäen bis zur Nordsee und vom Atlantik bis zur Elbe. Karl wird 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Seine Enkel teilen das Fränkische Reich im Vertrag von Verdun 843 unter sich auf. Aus dem Ostfrankenreich unter Ludwig II., dem Deutschen, entwickelt sich in der Folgezeit das Deutsche Reich.
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erlangen die Territorialfürsten die entscheidende Macht. Kaiser Karl IV. bestimmt durch die "Goldene Bulle" von 1356 endgültig den Kreis der geistlichen und weltlichen Fürsten, die den deutschen König wählen dürfen. Diese werden fortan Kurfürsten genannt.
1517 veröffentlicht Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche. Damit wird die Zeit der Reformation und der Glaubenskriege eingeleitet. Die Reformation verbindet sich mit sozialen Protesten im deutschen Bauernkrieg 1524-1526, den die Fürsten für sich entscheiden. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 regelt schließlich für das gesamte Reich das Nebeneinander von Katholiken und Lutheranern (cuius regio, eius religio).
Konfessionelle, ökonomische und dynastische Gegensätze führen zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), in dem ein Drittel der Bevölkerung umkommt. Durch die drei Schlesischen Kriege (1740-1742, 1744-1745 und 1756-1763) steigt Preußen zu einer europäischen Großmacht auf. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zerfällt 1806 als sich 16 deutsche Fürsten unter der Protektion Napoleons zum Rheinbund zusammenschließen und den Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich erklären. Franz I., Kaiser von Österreich, legt auf Drängen Frankreichs am 6. August 1806 die Römisch-Deutsche Kaiserkrone nieder.
Am 14. Oktober 1806 werden die Armeen Preußens und Sachsens in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt von den napoleonischen Truppen vernichtend geschlagen. Nach Napoleons Niederlage in Russland kommt es 1813 in Preußen zur Volkserhebung und schließlich zum Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig.
Durch den Wiener Kongress von 1814/15 wird in Europa eine territoriale Neuordnung und weitgehende Restauration der Verhältnisse vor 1792 sichergestellt. Der Deutsche Bund, ein loser Staatenbund der souveränen Fürsten und der freien Städte, stellt bis 1866 die Einheit des deutschen Reiches sicher.
1867 setzt der preußische Ministerpräsident Bismarck die Gründung des Norddeutschen Bundes durch. Der König von Preußen, Wilhelm I., wird am 18. Januar 1871 in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert.
Internationale Krisen und die deutsche Aufrüstung rufen Spannungen zwischen den europäischen Mächten hervor, die 1914 eskalieren und zum Ersten Weltkrieg führen. Im Friedensvertrag von Versailles 1919 wird Deutschland die alleinige Kriegsschuld (Artikel 231) zugeschrieben. Elsass-Lothringen geht an Frankreich verloren, Posen und Westpreußen an Polen. Das Hultschiner Ländchen im Südosten kommt zur Tschechoslowakei; das Memelgebiet unter die Kontrolle der Alliierten, während das zur "Freien Stadt" erklärte Danzig dem Völkerbund unterstellt und dem polnischen Zollsystem eingegliedert wird. Von 1919 bis 1932 leistet das Deutsche Reich etwa 25 Milliarden Goldmark an Reparationsleistungen. Nach Abdanken Kaiser Wilhelms II. am 9. November 1918 entsteht mit der so genannten Weimarer Republik die erste Demokratie auf deutschem Boden. Die junge Republik wird jedoch durch ein zunehmend radikalisiertes politisches Klima und die Weltwirtschaftskrise (1923, 1929-1933) erschüttert.
Am 30. Januar 1933 übernimmt eine Regierung unter Reichskanzler Adolf Hitler die Macht in Deutschland. In der Folge werden im Nationalsozialismus die demokratischen Rechte abgeschafft, politische Gegner eingesperrt oder hingerichtet. Während der systematischen Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten werden Millionen von Menschen in Vernichtungslager transportiert und getötet.
Mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Der Krieg fordert weltweit mehr als 55 Millionen Opfer. Am 8. Mai 1945 kapituliert die Deutsche Wehrmacht bedingungslos. Deutschland wird territorial beschnitten und in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die Gebiete östlich der Oder und der Lausitzer Neiße fallen an Polen, das nördliche Ostpreußen mit Königsberg an die Sowjetunion.
Die Westmächte fördern in ihren Zonen den Aufbau einer parlamentarischen Demokratie. Die Sowjetunion ebnet der 1946 aus einer Zwangsfusion der Kommunistischen Partei (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) entstandenen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) den Weg zu einer volksdemokratischen Diktatur. 1949 werden zwei deutsche Staaten gegründet: Aus den westlichen Besatzungszonen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) aus der sowjetischen Besatzungszone. Nach ihrer Gründung werden beide deutschen Staaten Schritt für Schritt in die jeweiligen Machtblöcke integriert. Die DDR wird wirtschaftlich in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) eingebunden, die BRD in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).
Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zu einem Volksaufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wird. Auf die militärische Integration der Bundesrepublik in die NATO antwortet die Sowjetunion 1955 mit der Schaffung des Warschauer Vertrages.
Der Demokratisierungsprozess in den osteuropäischen Länder sowie die Protestbewegung 1989 führen zur Entmachtung der DDR-Regierung und zur Öffnung der deutsch-deutschen Grenze. Am 3. Oktober 1990 tritt die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Im Dezember 1990 gewinnt die Koalition aus CDU/CSU und FDP die ersten Bundestagswahlen nach der Wiedervereinigung. Erster gesamtdeutscher Kanzler wird Helmut Kohl. Bei den Wahlen 1998 übernimmt eine Koalition aus SPD und Bündnis90/Die Grünen die Macht. Der Bundestag wählt Gerhard Schröder zum neuen Bundeskanzler.
Um dem Ziel der Schaffung eines europäischen Binnenmarktes näher zu kommen, einigen sich die in der Europäischen Gemeinschaft zusammengeschlossenen Staaten auf die Einführung einer gemeinsamen Währung. Am 1. Januar 1999 wird der Euro in Deutschland und weiteren 11 EU-Staaten zur neuen Währung. |
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