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Ungarn
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895 - Landnahme - Unter der Führung von Árpád wird das Karpatenbecken von den aus dem Osten herankommenden ungarischen Stämmen erobert.
1000 - Stefan der Erste (der Heilige) wird zum König gekrönt. Unter seiner Herrschaft erfolgt die Annahme des Christentums und der Ausbau der ungarischen Staatsorganisation.
1222 - Durch die Goldene Bulle werden während der Herrschaft des Königs András II. die feudalen Privilegien bestätigt und gleichzeitig wird dem Adelsstand das Widerstandsrecht zugesichert.
1241-1242 - Das Land wird durch den Tatarensturm aufgewühlt. Der Wiederaufbau ist das Werk des Königs Béla IV.
1301 - Mit König András III. stirbt das Arpadenhaus aus.
1307 - Ein Herrscher aus der Anjou-Dynastie tritt auf den Thron: Károly (Robert) I. (Karl I.)
1342-1382 - Unter dem Sohn Károlys, Lajos I. (Ludwig der Große) hat der mittelalterliche ungarische Staat seine größte Ausdehnung erreicht. Lajos erobert den Thron von Neapel, und ab 1370 ist er auch König Polens.
1396 - Bei der Schlacht von Nikopolis erringen die Türken ihren ersten ernsthaften Sieg. Sie schlagen die Kreuzritterarmeen des Königs Zsigmond nieder.
1456 - János Hunyadi siegt über Sultan Mohamed II. in der Schlacht von Belgrad und bannt damit die Türkengefahr für ein halbes Jahrhundert.
1458-1490 - Während der Herrschaft des Matthias Hunyadi ist Ungarn eine bedeutende europäische Großmacht: Die Schwarze Armee erobert einen Teil der böhmischen Länder und nimmt Wien ein.
1514 - Der größte Bauernaufstand unter der Führung von György Dózsa.
29. August 1526 - In der Schlacht bei Mohács erleiden die Ungarn eine verheerende Niederlage, der unabhängige ungarische Staat unterliegt dem türkischen Reich. Ein Teil der Stände wählt János Szapolyai, ein anderer Teil wählt Ferdinand von Habsburg zum König.
1541 - Die Türken erobern Buda. Das Land wird in drei Teilen zerrissen, ein großer Teil gerät unter türkische Herrschaft. Im Norden und im Westen werden die Habsburger als Herrscher anerkannt und Siebenbürgen wird - aufgrund des Vertrages von Speyer von 1570 - zum selbständigen Fürstentum.
1593-1606 - Der 15-jährige Krieg gegen die Türken endet mit dem Frieden von Zsitvatorok.
1604-1606 - Der Unabhängigkeitskampf des István Bocskai (ab 1605 Fürst Siebenbürgens) endet mit dem Wiener Frieden.
1613-1629 - Das goldene Zeitalter Siebenbürgens unter der Herrschaft des Fürsten Gábor Bethlen.
1683-1699 - Mit Hilfe des Habsburger Kaisers werden die Türken aus Ungarn verjagt. Die Burg von Buda wird 1686 zurückerobert.
1703-1711 - Der Freiheitskampf des Ferenc Rákóczi II. (ab 1704 Fürst Siebenbürgens, ab 1705 regierender Fürst) gegen die Habsburger. 1707 bei der Landesversammlung in Ónod wird ihre Entthronung ausgesprochen. Der Freiheitskampf wird jedoch niedergeschlagen.
1722 - In der Pragmatica Sanctio wird die Erbfolge in weiblicher Linie sanktioniert.
1740-1780 - Die Herrschaft Maria Theresias (ab 1758 apostolische Königin).
1780-1790 - Die Herrschaft Joseph II. Der aufgeklärte absolutistische Herrscher (Spottname: "der König mit dem Hut") führt zahlreiche Reformen ein, aber auf dem Sterbebett zieht er sie alle bis auf drei zurück.
1794-1795 - Die Verschwörung der ungarischen Jakobiner unter der Führung von Ignác Martinovics.
1825 - Bei der Ständeversammlung in Pressburg bietet Graf István Széchenyi ein Jahreseinkommen seiner Landbesitze an, um die Akademie der Wissenschaften zu gründen - Anfang der Reformzeit. Ab 1832 werden die Sitzungen der Ständeversammlung - statt in lateinischer - in der ungarischen Sprache abgehalten.
15. März 1848 - Die Revolution in Pest. Am 7. April wird von König Ferdinand V. die erste unabhängige verantwortliche Regierung unter der Führung von Graf Lajos Batthyány ernannt, am 11. April sanktioniert er die bei der letzten Ständeversammlung verabschiedeten Gesetze.
September 1848 - Ein bewaffneter Freiheitskampf gegen die Habsburg-Herrschaft nimmt seinen Anfang. Die Honvedarmeen müssen anfangs Rückschläge hinnehmen, aber später erfechten sie reihenweise Siege.
14. April 1849 - Die Ständeversammlung in Debrecen erklärt die Entthronung der Habsburger, Lajos Kossuth wird zum Gouverneur-Präsidenten.
13. August 1849 - Der Freiheitskampf wird niedergeschlagen. Die Ungarn kapitulieren vor der Übermacht der österreichischen kaiserlichen und der russischen zaristischen Streitkräfte bei Világos.
6. Oktober 1849 - In Arad werden die Märtyrer des Freiheitskampfes exekutiert, in Budapest wird Graf Lajos Batthyány hingerichtet. Im Laufe der Vergeltungen werden alle Gesetze von 1848 und 1849 außer Kraft gesetzt. Nur die Aufhebung der Leibeigenschaft bleibt in Kraft. Die verfassungsmäßige Selbständigkeit Ungarns wird abgeschafft, das österreichische Zoll- und Rechtssystem wird eingeführt.
29. Mai 1867 - Der Ausgleich mit den Habsburgern. Franz-Joseph I. wird zum ungarischen König gekrönt, die Österreich-Ungarische Monarchie wird gegründet. Ungarn erlebt einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung, aber gleichzeitig verhärten sich die politischen und nationalen Spannungen.
1896 - Unter glamourösen Umständen wird das Millennium, der tausendste Jahrestag der Landnahme gefeiert.
28. Juli 1914 - Nachdem in Sarajevo gegen den Thronfolger Franz-Ferdinand ein Attentat verübt wird, erklärt die Österreich-Ungarische Monarchie Serbien den Krieg. Der Erste Weltkrieg bricht aus.
1918 - Die Monarchie fällt, infolge der Kriegsniederlage, auseinander.
31. Oktober 1918 - Die "Herbstrosenrevolution" siegt in Budapest. Graf Mihály Károlyi wird Ministerpräsident.
21. März - 31. Juli 1919 - Károlyi tritt, wegen der territorialen Forderungen der Ententes, ab. Unter der Führung des Kommunisten Béla Kun wird die Räterepublik ausgerufen. Die Kommune hält sich 133 Tage. In Szeged wird eine Gegenregierung aufgestellt.
16. November 1919 - Miklós Horthy, Kriegsminister der Gegenregierung und Oberbefehlshaber der Nationalen Armee rückt in Budapest ein.
1. März 1920 - Miklós Horthy wird zum Gouverneur gewählt. Formell ist Ungarn wieder "Königreich", aber die Frage um die Macht des Staatschefs wird nicht endgültig geklärt.
4. Juni 1920 - Der Friede von Trianon wird unterzeichnet. Als Folge wird die Fläche Ungarns von 288.000 qkm auf 93.000 qkm, die Bevölkerung von 18,2 Millionen auf 7,6 Millionen vermindert. Millionen von Ungarn finden sich in den Nachfolgestaaten der Monarchie wieder. Die ungarische Außenpolitik setzt sich die Revision dieser Entscheidung zum Ziel.
6. November 1921 - Das Gesetz über die Entthronung der Habsburger wird ratifiziert.
1921-1931 - Unter der Ministerpräsidentschaft von Graf István Bethlen wird das Land konsolidiert, es kann jedoch gegen die Einwirkungen der Weltwirtschaftskrise nicht abgeschirmt werden.
1932-1936 - Unter der Ministerpräsidentschaft von Gyula Gömbös sucht Ungarn immer mehr beim nationalsozialistischen Deutschland und Italien, den Achsenmächten, Unterstützung.
2. November 1938 - Das italienisch-deutsche Schiedsgericht gibt Ungarn - durch die Erste Wiener Entscheidung - die von Ungarn bewohnten Teile Oberungarns zurück, die seit dem Trianonvertrag als tschechoslowakisches Territorium galten. Im März 1939 wird auch die Karpeten-Ukraine den Ungarn zurückgegeben. Im August 1940 - durch die Zweite Wiener Entscheidung - wird auch Nordsiebenbürgen mit dem Szeklerland Ungarn zurückgegeben.
3. April 1941 - Nachdem Ungarn - dem ewigen Freundschaftspakt zuwiderhandelnd - den deutschen Truppen die Genehmigung erteilt, Richtung Jugoslawien durchmarschieren zu dürfen, begeht Ministerpräsident Pál Teleki Selbstmord. Am 16. April wird die Batschka, das Baranya Dreieck, Muraköz und Muravidék an Ungarn zurückgegeben.
26. Juni 1941 - Die Regierung unter László Bárdossy erklärt der Sowjetunion den Krieg. Dies bedeutet den Eintritt Ungarns in den Zweiten Weltkrieg.
Januar 1943 - Am Donknie wird die 2. Ungarische Armee vernichtet.
19. März 1944 - Ungarn wird von den Deutschen besetzt. Am 15. Oktober unternimmt Miklós Horthy einen Versuch, aus dem Krieg auszutreten, der misslingt. Am darauffolgenden Tag wird er von den Deutschen zum Rücktritt gezwungen. Ferenc Szálasi, Führer der Pfeilkreuzlerpartei wird Führer der Nation.
21. Dezember 1944 - In Debrecen - im von der sowjetischen Armee besetzten östlichen Landesteil - tritt eine Provisorische Nationalversammlung zusammen. Am nächsten Tag wird eine Provisorische Regierung gebildet, und Deutschland der Krieg erklärt.
Anfang April 1945 - Die sowjetische Armee treibt die Deutschen aus dem Land hinaus. Im Zweiten Weltkrieg verliert Ungarn 1 Million Menschen. 40 Prozent des Vermögens der Nation ist vernichtet worden.
November 1945 - Sieger der Parlamentswahlen ist die Unabhängige Kleinlandwirtpartei.
1. Februar 1946 - Ungarn wird Republik. Zoltán Tildy ist der Staatschef.
10. Februar 1947 - Ungarn unterzeichnet den Frieden von Paris, in welchem die Grenzen von Trianon wiederhergestellt werden. Die Tschechoslowakei bekommt einen Brückenkopf (drei Dörfer) bei Pressburg.
31. August 1947 - Die Wahlen "mit den blauen Zetteln". Wegen eines Wahlbetrugs geht die Kommunistische Partei als stärkste Partei hervor. Die Aufreibung der Opposition nimmt seinen Lauf - die "Salamitaktik".
12. Juni 1948 - Im "Jahr der Wende" vereinigen sich die kommunistische und die sozialdemokratische Partei. Die Partei der Ungarischen Arbeiter wird gegründet. Die restlichen Parteien gehen auf im Nichts. Mátyás Rákosi, Alleinherrscher im Land, ist Generalsekretär der Partei der Ungarischen Arbeiter und Ministerpräsident. Kardinal Mindszenty, Oberhaupt der katholischen Kirche, wird in einem Konzeptionsprozess verurteilt, alle Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten werden verstaatlicht, eine neue Verfassung wird verabschiedet, und es beginnt die gezwungene Kollektivierung der Landwirtschaft. Sogar ein Teil der kommunistischen Kader werden in Konzeptionsprozessen verurteilt. Sie kommen entweder ins Gefängnis oder werden hingerichtet. Die Lebensqualität verschlechtert sich in einer dramatischen Weise, die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst.
20. August 1949 - Die Verfassung der Ungarischen Volksrepublik tritt in Kraft.
4. Juli 1953 - Auf Anordnung Moskaus wird statt Rákosi, Imre Nagy auf den Posten des Ministerpräsidenten gesetzt. Fortan werden "die Fehler korrigiert". Im April 1955 wird Imre Nagy wieder abgesetzt, und später sogar aus der Partei ausgeschlossen.
23. Oktober - 4. November 1956 - Revolution und Freiheitskampf für die Demokratisierung der Innenpolitik und die nationale Unabhängigkeit. Am 1. November wird der Austritt des Landes aus dem Warschauer Pakt durch Imre Nagy angekündigt. Aber am 4. November kündigt János Kádár die Gründung der Revolutionären Arbeiter- und Bauernregierung an, und ruft die sowjetischen Truppen ins Land. Die Revolution wird niedergeschlagen. Es folgt eine blutige Vergeltung. Hunderte von Menschen werden hingerichtet, viele kommen ins Gefängnis. Erst 1963 wird eine (allgemeine aber nicht vollständige) Amnestie erlassen. Imre Nagy sucht Zuflucht in der jugoslawischen Botschaft, aber als er später das Gebäude verlässt, wird er festgenommen und in Rumänien interniert. Er und einige seiner Arbeitsgefährten werden im Jahre 1958 zum Tode verurteilt und am 16. Juni hingerichtet.
19. März 1959 - Man beginnt mit der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft. Sie dauert bis zum 19. Februar 1961.
20-24. November 1962 - Der VIII. Kongress der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (MSZMP) stellt fest, die Grundlagenlegung des Sozialismus sei beendet.
27. Mai 1966 - Das Zentralkomitee der MSZMP fasst den Beschluss über den neuen Wirtschaftsmechanismus.
21. August 1968 - In seiner Qualität als Mitglied des Warschauer Paktes nimmt Ungarn an der sowjetischen Besatzung der Tschechoslowakei, der Niederschlagung des Prager Frühlings teil. Die Einführung des neuen Wirtschaftsmechanismus erleidet Rückschläge.
6. Januar 1978 - Die Vereinigten Staaten geben die - nach dem Zweiten Weltkrieg nach Amerika gelangte - Heilige Krone und die Krönungsinsignien zurück.
14-16 Juni 1985 - In Monor wird das Treffen der gesellschaftlichen Opposition des "existierenden sozialistischen Systems" abgehalten.
27. September 1987 - Das Ungarische Demokratische Forum wird gegründet. Ab 1988 wird das Forum in eine unabhängige gesellschaftliche Organisation umgestaltet.
30. März 1988 - Der Bund Junger Demokraten (Fidesz) wird gegründet. Am 13. November wird der Bund Freier Demokraten (SZDSZ) gegründet. Am 4. März 1989 wird die Unabhängige Kleinwirtpartei (FKGP) neugegründet. Auf dem Parteitag der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (MSZMP) vom 20.-22. Mai 1988 wird der Generalsekretär János Kádár seines Amtes enthoben. Auf der Parlamentssession von 24.-26. November 1988 wird Miklós Németh zum Ministerpräsidenten ernannt.
23. März 1989 - Die Oppositionelle Rundtafel wird gegründet.
13. Juni - 18. September 1989 - Die politischen Abstimmungsverhandlungen zwischen Vertretern der MSZMP, der Oppositionellen Rundtafel und den gesellschaftlichen Organisationen und Bewegungen (dritte Partei) laufen an, wie die politischen und rechtlichen Voraussetzungen für einen friedlichen Übergang in einen demokratischen Rechtsstaat zu schaffen sind.
16. Juni 1989 - Am Jahrestag ihrer Hinrichtung werden Imre Nagy und seine Märtyrergefährten wiederbestattet. Am 6. Juli stirbt János Kádár. Damit kommt die Zeitperiode, die mit seinem Namen geprägt wurde, auch symbolisch zum Ende.
10. September 1989 - Die ungarische Regierung öffnet die westliche Landesgrenze für die DDR-Flüchtlinge. Noch in diesem Herbst werden die ost- und mitteleuropäischen sozialistischen Systeme gestürzt, der "Eiserne Vorhang" wird auch politisch abgerissen.
23. Oktober 1989 - Die Republik wird ausgerufen.
12. März - 30. Juni 1990 - Die sowjetischen Truppen werden abgezogen.
25. März, 8. April 1990 - Die ersten freien Mehrparteien-Parlamentswahlen. Die darauf folgenden Wahlen wurden 1994 und 1998 abgehalten. Das neue Parlament und die neuen Koalitionsregierungen haben sich zum Ziel gesetzt, die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen für den Systemwandel zu schaffen und zu verstärken. |
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