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Bulgarien
Geschichte

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Der Bulgarische Staat ist einer der ältesten in Europa. Er wurde bereits 681 gegründet. Im 9. Jahrhundert wurde Bulgarien christianisiert und das bulgarische Alphabet kreiert. Seit der Mitte des 14. Jahrhundert kam Bulgarien unter türkischer Fremdherrschaft, die fast fünf Jahrhunderte dauerte und große Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte.. Nach mehreren erbitterten Befreiungskriegen wurde Bulgarien 1878 als Fürstentum autonom. Doch Bulgarien war auch danach in kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan und in beiden Weltkriegen verwickelt. 1947 wurde die Volksrepublik Bulgarien gegründet, die bis zur Auflösung der UdSSR wirtschaftlich und politisch eng mit dem Ostblock verknüpft war.

1393: Bulgarien wird Teil des Osmanischen Reiches.

1878: Nach dem Berliner Kongress (Ergebnis des Russisch-Türkischen Krieges) erlangt es die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich und wird tributäres Fürstentum. Alexander von Battenberg wird zum Fürsten gewählt.

1908: Sein Nachfolger Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha setzt die formelle Unabhängigkeit Bulgariens durch und lässt sich zum Zaren krönen. Bulgarien wird ein unabhängiges Königreich.

1912: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro schließen sich zum Balkanbund zusammen und greifen im 1. Balkankrieg die Türkei an, um das türkische Makedonien für sich zu gewinnen. Die Türkei muss als Verlierer den Großteil seines europäischen Gebietes abtreten.

1913: Bulgarien (das die Hauptlast des ersten Krieges getragen hatte) beginnt wegen eines Streits um die Aufteilung Makedoniens den 2. Balkankrieg gegen Serbien und Griechenland. Im Frieden von Bukarest verliert Bulgarien die zuvor gewonnenen Gebiete und muss die [Süd-Dobrudscha] an Rumänien abtreten. Makedonien kommt an Serbien und Griechenland, Adrianopel zurück an die Türkei.

1915: Bulgarien schließt sich den Mittelmächten an und beteiligt sich an der Niederwerfung Serbiens und Rumäniens. Die Süd-Dobrudscha erhält es zurück.

1918: Waffenstillstand mit der Entente. Zar Boris III. wird Nachfolger seines Vaters (regiert bis 1943).

1919: Bulgarien muss im Frieden von Neuilly die Süd-Dobrudscha erneut abtreten. Ministerpräsident A. Stambulijski wird 1923 gestürzt und ermordet.

1935: Nach einem Militärputsch (1934) und der Auflösung der politischen Parteien erfolgt eine autoritäre Regierung unter Zar Boris III.

1940: Bulgarien ist auf dem Balkan isoliert und nähert sich den Achsenmächten an. 1940 erhält es auf deutschen Druck die Süd-Dobrudscha von Rumänien zurück.

1941: Bulgarien schließt sich dem Dreimächtepakt an und wird von deutschen Truppen besetzt.

1944: Sowjetische Truppen besetzen Bulgarien.

Bis 1948 wird (ebenso wie in den anderen ehemaligen Feindstaaten der UdSSR Rumänien und Ungarn) Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild umgestaltet. König Simeon II. wird aus Bulgarien vertrieben.

1954: Todor Zivkov wird Generalsekretär der KP. Innen- und außenpolitisch erfolgt eine enge Anlehnung an die Sowjetunion.

Ende der 80er Jahre beginnen sich oppositionelle Gruppen und Strömungen zu formieren.

1989: Schwere Unruhen, Ausreise Hunderttausender bulgarischer Türken (Zivkov betrieb eine minderheitenfeindliche Politik). Zivkov wird durch reformorientierte kommunistische Kräfte gestürzt.

1990: Bei den ersten freien Wahlen setzen sich zunächst die reformbereiten Kommunisten durch.

Der politische Übergang ist in Bulgarien langsam erfolgt. Es treten politische Reibungen zwischen den Verfechtern einer Annäherung an die Europäische Union und denjenigen zutage, die stärkeren Austausch mit der GUS wünschen. Dennoch hat Bulgarien sich 1995 verstärkt um Annäherung an die Europäische Union bemüht.

Nach einer sehr beträchtlichen Rezession im Wirtschafts- und Währungsbereich im Jahre 1993 hat das Land eine Umschichtung seiner Schulden erreicht. Das Programm umfangreicher Privatisierungen bleibt aktuell, aber die 1991 in Angriff genommene Rückgabe kollektivierten Grund und Bodens an die Eigentümer wurde von der Regierung gestoppt, die zu kooperativen Strukturen zurückkehren möchte. Der bulgarische Ministerpräsident Ivan Kostov (50) kündigte am 20.12.1999 in Sofia eine umfassende Regierungsumbildung an. Zehn der 16 Ressortchefs sollen abtreten, um Bulgariens Regierungsstrukturen als Vorbereitung auf die geplante Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen zu modernisieren. Zur Konzentration der Regierungsaufgaben soll ein Superministerium für Wirtschaft, Industrie, Handel und Tourismus unter Führung von Petar Jotev gebildet werden. Außenministerin Nadejda Michailowa und Finanzminister Murawej Radew blieben im Amt. Ziel der ersten großen Regierungsumbildung der seit 1997 regierenden Vereinigten Demokratischen Kräfte ist es nach Angaben von Premier Kostov, die Verwaltung auf ein Mindestmaß zu verkleinern und die Strukturen mit der EU zu harmonisieren.

Bulgarien hat am 10. November 2000 die sofortige und bedingungslose Aufhebung der Visapflicht für seine Staatsbürger bei Reisen in die EU gefordert. Sofia drohte zugleich in einer vom Parlament verabschiedeten Erklärung mit dem Austritt aus dem Stabilitätspakt für Südosteuropa, falls diese Forderung nicht erfüllt wird. Bulgarien "sei viel weiter im Vergleich zu den anderen Staaten des Paktes", hieß es.

Unerwartet deutlich hat das Wahlbündnis des früheren Zaren Simeon II. die bulgarischen Parlamentswahlen am 18. Juni 2001 gewonnen. Die "Nationale Bewegung Simeon II." (NDSW) errang 120 der 240 Mandate und verfehlte damit nur knapp die absolute Mehrheit. Nach Auszählung von 99% der abgegebenen Stimmen gab die Staatliche Wahlkommission am Montagmorgen das Ergebnis der Wahl bekannt. Danach erhielt die Bewegung Simeon II. 43,05% der Stimmen, was der Hälfte der Parlamentssitze entspricht. Die bislang mit absoluter Mehrheit regierende bürgerliche Union Demokratischer Kräfte (ODS) kam auf nur noch 18,26% der Stimmen, die bis dato zweitstärkste politische Kraft des Landes, die von den Sozialisten geführte Wahlvereinigung Koalition "Für Bulgarien", erhielt 17,36%.


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