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China
Provinzen im nördlichen Landesinneren

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Henan

Henan ist eine Provinz in der östlichen Mitte der Volksrepublik China. In Henan befinden sich die Städte Luoyang und Kaifeng, die beide zu verschiedenen Zeiten Hauptstädte des chinesischen Kaiserreiches waren. Henan ist die bevölkerungsreichste Provinz Chinas und hat eine zentrale Lage.

Henan ist mit 92 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Im Jahr 1954 wurde die Hauptstadt vom alten Kulturzentrum Kaifeng in die Industriestadt Zhengzhou verlegt. Die Provinz liegt beiderseits des Gelben Flusses, der auf einer Länge von 700 km die Provinz durchfließt; allerdings liegt der größte Teil südlich davon.

Das Klima Henans ist kontinental mit kalten und relativ trockenen Wintern und feucht-heißen Sommern. In starkem Maße wird Henan von Naturkatastrophen bedroht. In den letzten 2.000 Jahren wird von fast 1.000 Dürre- und Überschwemmungskatastrophen beri.

Nach wie vor spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle für die Gesamtwirtschaft der Provinz; Henan gilt als die wichtigste Kornkammer Zentralchinas. Rund 82% der Bevölkerung der Provinz leben auf dem Lande, nur 18% in Städten.

Von großer Bedeutung sind die Eisenbahnlinien von Peking nach Guangzhou und von Shanghai nach Urumqi, die sich in Zhengzhou treffen und an denen sich die Industrialisierung konzentriert, während in den verkehrsmäßig wenig erschlossenen ländlichen Gebieten nach wie vor große Armut herrscht.

Wer sich kulturell in Henan beschäftigen möchte sollte sich die Henan-Oper, eine bekannte Form der chinesischen Oper anschauen. In der Nähe von Luoyang befinden sich die Longmen-Grotten, die seit 2000 zum UNESCO-Welterbe gehören.

Um die Provinzhauptstadt Zhengzhou gibt es allerdings nur eine echte Sehenswürdigkeit, das Shaolin-Kloster. Es wurde zur Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie zu Ehren Bodhidharmas errichtet, des indischen Mönches, der den Chan-Buddhismus (Zen) nach China brachte. Dieser Mönch war der Legende nach der erste Meister des Kampfsports gewesen; er soll seine Schüler in unbewaffneter Selbstverteidigung unterrichtet haben, damit sie sich in jenen unsicheren Zeiten schützen konnten. Der Pagodenwald, Talin, liegt einen knappen Kilometer südwestlich des Klosters Shaolin. Es ist der Friedhof der Klosteranlage mit 220 kleinen Pagoden, die die Asche berühmter Mönche enthalten. 

Hubei

Hubei liegt in der großen chinesischen Ebene, deren Provinzhaupstadt Wuhan heißt. Weitere Städte sind Huangshi, Shiyan, Shashi, Xiangfan und Yichang. Der Jangtsekiang, der längste Fluss Asiens, durchfließt Hubei. 

Bei subtropischem Klima mit deutlich unterscheidbaren Jahreszeiten liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei 15 bis 17 °C. Der Winter ist trocken mit Januartemperaturen von 3 bis 4'C. Die Sommer dagegen sind heiß und feucht mit Julitemperaturen von 27 bis 29 °C. 

Die Entwicklung der Provinz wurden dadurch geprägt, dass Hubei - obwohl Binnenprovinz - über gute, Flussverbindungen mit den Küstenregionen und dem Ausland verbunden ist. So hat Wuhan nach Shanghai den zweitgrößten Hafen am Jangtsekiang. Die wichtige Nord-Süd-Eisenbahnlinie von Beijing nach Guangzhou überquert in Wuhan den Jangtsekiang.

Durch den Bau des Drei-Schluchten-Damms, der in der Provinz Hubei liegt, erhofft man sich zum einen zusätzliche wirtschaftliche Impulse, v.a. durch die elektrische Energie, die mit Hilfe des Staudamms erzeugt wird. Zum anderen sollen durch den Staudammbau die flussnahen Regionen vor Überschwemmungen geschützt werden, die bisher häufig davon betroffen waren.

Die Changjiang-Brücke, Changjiang Daqiao, eine der ersten technischen Errungenschaften des neuen China ist eine 1.156 Meter lange, doppelstöckige Brücke, die den Strom in 80 Metern Höhe überspannt. Sie wurde 1957 als erste Brücke über den Yangzi fertgigestellt und verbindet den nördlichen und südlichen Teil Chinas. Die Brücke machte endlich die bei Hochwasser und Nebel häufig gefährdeten Fährverbindungen überflüssig.

Anhui

Die Provinzhaupstadt heißt Hefei. Mit über 62 Mio. Einwohnern ist Anhui die neuntbevölkerungsreichste Provinz in China. Die Provinz Anhui befindet sich im Binnenland Ostchina"s. Die beiden Flüsse Huaihe und Yangtze teilen es von Nordosten nach Südwesten in drei Teile.

Nördlich des Huaihe ist die Huaibei-Ebene. Zwischen den beiden Flüssen ist das Hügelland von Jianghuai. Das Gebirge Dabieshan bildet die westliche Grenze zu den Provinzen Henan und Hubei. Im Süden Anhuis liegen der Huangshan (Gelber Berg) und der Jiuhuashan. Der letztere ist einer der vier heilligen, buddhistischen Berge China"s. 

Das Klima in den drei Teilen unterscheidet sich wegen des vielgestaltigen Geländes stark voneinander. Während es in der Huaibei-Ebene im Norden sonnig und trocken ist und der Jahresniederschlag nur 700 mm bträgt, liegt er im Jianghuai Hügelland bei über 1000 mm. In den am Yangtze gelegen Gebieten ist es sehr regnerisch.

Anhui zählt zu den Provinzen mit der längsten Geschichte China"s. In der Altsteinzeit war die Region der heutigen Kreiststadt Hexian schon bewohnt. Die Stadt Bozhou war die Hauptstadt der Shang-Dynastie (16. Jh v.u.Z - 11. Jh v. u.Z.) sowie die Hauptstadt des Fürstums Chu in der Frühlings und Herbstperiode (770. v. Ch. - 476 v. Chr.). 1667 erhielt Anhui den Status einer eigentständigen Provinz und wurde nach seinen beiden größten Regionen, "Anqing" und "Huizhou", "An-Hui" genannt. 

Was die Verkehrsanbindung betrifft hat Anhui wegen seiner zentralen geographischen Lage günstige Verkehrsverhältnisse. Die Longhai-Eisenbahn (eine Teilstrecke der Asien-Europa-Eisenbahn), die Peking-Kanton-Eisenbahn und die Peking-Hongkong-Eisenbahn führen alle durch die Provinz Anhui. Der Yangtze fließt durch den Südteil Anhui"s und macht es für die Schiffahrt zugänglich. Der Flughafen in Hefei verfügt über mehrere Fluglinien mit Verbindungen zu mehr als 30 Inlandsstädten. 

Sehenswürdigkeiten

Huangshan-Gebirge

In der Provinz Anhui ist vor allem das sagenumwobene Huangshan-Gebirge sehr beeindruckend. Es sind die höchsten Berge Ostchinas. Die Gipfel des Huangshan-Gebirges sind zwar nicht einmal 1800m hoch, doch die Gebirgsketten versinken im vielgestaltigen und prächtigen Wolkenmeer und kuriose Felsformationen kennzeichnen das herrliche Panorama des Gebirges. Auf dem 154 qkm großen Areal gedeiht auch eine Vielzahl seltener Pflanzen. Und ganz unten im Tal brodeln heiße Quellen, in denen gebadet werden kann. Das Huangshan-Gebirge ist aufgrund seiner Anziehungskraft zum Topthema für chinesische Malerei. Der Höhepunkt des Huangshan-Gebirges ist der 1716m hohe Jadewandgipfel.

Hongcun und Xidi

Hongcun und Xidi gelten als einzigartiges Beispiel für die Zivilarchitektur in der Ming-und Qing-Zeit. So wie die Verbotene Stadt in Peking mit ihren prächtigen Palästen das Leben der Kaiser widerspiegelt, stehen die Dörfer Xidi und Hongcun für den Alltag der einfachen Leute zu jener Zeit.
 
Hongcun ist vor allem bekannt für sein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das vor 500 Jahren von einem Bächlein am Berge in der Umgebung bis vor die Türen von Einwohner angelegt wurde. Das Dorf ist nur über eine schmale Brücke über einen Seerosenteich zugänglich. Die umstehende weiße Häuse mit geschwungenen Dächer und verzierten Fassaden spiegeln sich im Wasser wider.
Das schönste Haus in Hongcun ist die Behesta-Erb Halle, die von einem reichen Salzhändler gegen Ende der Qing-Dynastie erbaut wurde.


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