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Geschichtliche Daten
1600-1867 Edo-Zeit Nach der gewaltsamen Errichtung eines Zentralstaates durch die Kriegerfürsten der Tokugawa (Shogune) schottet sich Japan völlig von der Außenwelt ab, um westliche Einflüsse auszuschließen. Das Shogunat und die ihm unterstellten Fürsten (Daimyo) und Samurai errichten ein sich über alle Lebensbereiche erstreckendes Kontrollnetz. Christen werden zeitweise grausam verfolgt. Gegen Ende der Edo-Zeit 1853 "Öffnung" Japans durch die "Schwarzen Schiffe" des amerikanischen Admirals Perry. Starke Konzentration wirtschaftlicher Macht in der Hand weniger Familienkonzerne, Vorläufer der Zaibatsu und heutiger Wirtschaftskonglomerate (Mitsui, Yasuda). 1868 wird der letzte Tokugawa-Shogun durch einen Aufstand mehrerer Fürsten zur Abdankung und zur Übergabe der Macht an den jungen Meiji-Kaiser gezwungen.
1867-1912 Meiji-Zeit Die Meiji-Ära ist geprägt von umfangreichen Reformen (Landreform, Auflösung der Fürstentümer und Bildung eines modernen Zentralstaates, Verfassung, Bildungsreform, Aufbau einer modernen Armee, Entwaffnung der Samurai, Shinto als Staatsreligion) und einer konsequenten Öffnung Japans gegenüber ausländischen Ideen. Das Land unternimmt große Anstrengungen, um durch Industrialisierung Anschluss an den Westen zu finden. Siegreiche Angriffskriege gegen China und Russland.
1912-1945 Taisho Zeit Showa- Zeit (ab 1926) Japan verfolgt Expansionspolitik in Ostasien, stellt sich im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Alliierten und erobert im November 1914 das deutsche Pachtgebiet in China. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bringt wachsende soziale Spannungen und ernste Wirtschaftskrisen. Japan kolonialisiert Korea und weite Teile Nordost-Chinas, Rohstoffblockade durch USA, Japan dehnt seinen Herrschaftsbereich über ganz Südostasien aus, greift USA in Pearl Harbor an. Erbitterter und verlustreicher Krieg, durch Luftangriffe (Brandbomben) extreme und traumatisierende Opfer unter der japanischen Zivilbevölkerung. Ausweglose strategische Situation, Kriegseintritt Russlands und Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zwingen Japan zur Kapitulation. Japan muss sich auf seine Kerninseln zurückziehen und wird erstmals in seiner Geschichte besetzt.
1945 Japan kapituliert (15.08.), Ende des Zweiten Weltkrieges
1946 Verkündung der Verfassung
1950 Gründung der Nationalpolizei, die 1954 in "Selbstverteidigungskräfte (SVK) umbenannt wird
1951 Unterzeichnung des Friedensabkommens von San Francisco und des amerik.-jap. Sicherheitsabkommens (in Kraft 1952)
1955 Gründung der LDP durch Zusammenschluss konservativer Kräfte
1956 Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit der UdSSR, Beitritt zu den Vereinten Nationen
1960 Proteste gegen den jap.-amerik. Sicherheitsvertrag verhindern den Besuch Eisenhowers
1964 Olympische Spiele in Tokio, Wirtschaftswunder 1965 Unterzeichnung des Vertrages über die Beziehungen zur Republik Korea
1968 Rückgabe der Ogasawara Inseln durch USA
1969 Japan hat das zweithöchste BSP der Welt
1972 Rückgabe Okinawas an Japan durch die USA, Normalisierung der Beziehungen zur Volksrepublik China
1973 "Nixon-Schock" Ölkrise, deutliche Aufwertung des Yen, erste Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg
1978 Unterzeichnung des Friedens- und Freundschaftsvertrages mit China
1982-1987 MP Nakasone verfolgt eine Politik der Deregulierung und Privatisierung
1988 "Recruit-Skandal" erschüttert die LDP und das Kabinett, Steuerreformgesetz, Einführung einer Verbrauchsteuer
1989 Tod von Kaiser Hirohitos, Akihito wird Nachfolger, Beginn der "Heisei"-Ära LDP verliert erstmals Mehrheit im Oberhaus, Zentrum Tokyos teurer als Kalifornien, Nikkei-Index bei 40000.
1991 Zusammenbruch der "Bubble Economy", Beginn der heute noch anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation
1992 Verabschiedung des Gesetzes über die Teilnahme der Selbstverteidigungskräfte an friedenserhaltenden Maßnahmen (PKO-Gesetz), erste Entsendung von -Einheiten der Selbstverteidigungskräfte nach Kambodscha, Kaiser Akihito reist nach China
1993 LDP verliert erstmals seit 38 Jahren die Mehrheit in UH-Wahlen, MP Hosokawa regiert mit einer Koalition ohne LDP;
1995 Kobe-Erdbeben (über 6.000 Tote); Giftgasanschlag der AUM-Sekte auf die Tokyoter U-Bahn, wachsendes Krisenbewusstsein;
1996 LDP wird wieder Regierungspartei; Hashimoto wird MP (10.01); Verschuldungskrise der Kreditinstitute (Jusen). Regierung beschließt Regelung durch Einsatz von Steuergeldern, Beginn einer Serie wirkungsarmer Konjunkturprogramme, die zu tiefer Staatsverschuldung führen
1997 Rus.-jap. Gipfeltreffen im November in Krasnojarsk verspricht Friedensvertrag mit Lösung der Kurilenfrage bis 2000
2000 Tod von MP Obuchi, Mori übernimmt MP-Amt, erfolgreicher G8-Gipfel auf Okinawa
2001 Hoffnungsträger Koizumi wird MP, kündigt umfangreiche Reformen an, Rezession vertieft sich, Staatsverschuldung 130% BIP, Nikkei-Index fällt unter 10000; sicherheitspolitische Wende nach dem Terrorangriff am 11.9. |