Obwohl es sich in Europa immer noch als Mißverständnis hält, Japanisch und Chinesisch seien miteinander verwandt, haben beide Sprachen nicht das geringste miteinander zu tun. Jener Irrtum kam auf, weil die Japaner in ihrer Vorzeit keine eigene Schrift entwickelt hatten und daher mit der Übernahme der chinesischen Kultur im siebten Jahrhundert auch die chinesischen Schriftzeichen einführten. Zu diesen hinzu mußten sie dann allerdings zwei japanische Silbenalphabete entwickeln, weil sich die chinesischen Zeichen als ungeeignet erwiesen, die völlig anders aufgebaute japanische Sprache mit ihren vielen verbindenden Partikeln und Endungen wiederzugeben. Erweist sich das Japanische einerseits als überaus komplizierte Sprache, so ist es andererseits dank der Silbenschriften, von denen heute hiragana vorwiegend grammatikalischen Erfordernissen dient, während in katagana vor allem aus fremden Sprachen übernommene Wörter ausgeschrieben werden, ungewöhnlich flexibel. Seit der Öffnung im vorigen Jahrhundert saugt die japanische Sprache aus dem Englischen, Französischen, Deutschen und Holländischen ständig neue Begriffe auf. Zwar erreicht die Japanisierung dieser Fremdwörter nur selten den genauen fremden Originalklang, weil in den japanischen Alphabeten nur komplette Silben und nicht einzelne Buchstaben zur Verfügung stehen (mit Ausnahme der Vokale und des Konsonanten n), doch läßt sich mit dieser Methode ausnahmslos jedes fremde Wort übernehmen, wenngleich es Ausländern gelegentlich schwerfällt, den Ursprung noch zu erkennen. So wird aus dem englischen christmas kurisumasu, aus dem Verkäufer (salesman) wird seerusuman und aus dem sandwich wird sando. Auch die Deutschen haben die japanische Sprache "bereichert" mit arubaito, der Nebentätigkeit von Studenten, aus dem Wort Arbeit, mit noiroozo für Neurose, arerugii für Allergie, oodekoron für Kölnisch Wasser und vielem mehr. An der katagana-Schrift ist jeweils zu erkennen, daß es sich um ein japanisches Lehnwort handeln muß, doch wer würde schon hinter rabu das englische Wort love vermuten oder hinter einem Schild das paama anpreist, die japanisierte Abkürzung von Dauerwellen auf englisch, permanent waves, und folglich den Damenfriseur?
Keine andere Sprache der Welt reicht an das Japanische heran, wenn es darum geht, Höflichkeit und Respekt auszudrücken. Für das Verb "sich aufhalten" zum Beispiel, kennt die japanische Sprache drei verschiedene Wörter, je nachdem ob man bescheiden von sich selbst redet (orimasu), ob ganz neutral von irgend jemand gesprochen wird (imasu), oder ob es sich um eine Respektsperson handelt oder um einen Gleichrangigen, dem aus der Situation heraus Höflichkeit zukommt (irasshaimasu). Für jedes dieser Verben, wie für alle japanischen Verben , existieren eine gewöhnliche und eine formelle Ausdrucksweise, wobei selbstverständlich letztere als höflicher gilt, und zahlreiche an sich neutrale Verben lassen sich wiederum in abgestufte Höflichkeitsformen verwandeln.
Zahlen
Zahl jap. Aussprache 1 ichi itch 2 ni ni 3 san san 4 shi schi 5 go go 6 roku rock 7 shichi schitch 8 hachi hatch 9 kyu ky 10 ju juh
Essen
Kaiseki Ryouri
Kaiseki Ryouri ist die japanische Haute Cuisine. Die Speisen sind möglichst einfach, frisch und naturbelassen, doch sehr ansprechend hergerichtet.
Shojin Ryouri
Shojin Ryouri ist die buddhistisch-vegetarische Kost, die von Nonnen und Mönchen eingenommen wurde. Tofu spielt dabei eine wichtige Rolle.
Sukiyaki
Sukiyaki ist ein Rindfleischgericht. Das Fleisch wird in einem Topf angebraten, als Beilage gibt es Gemüse wie Lauch, Pilze, Bambussprossen und Tofu.
Teppanyaki
Beim Teppanyaki wird Fleisch auf einer heißen Eisenplatte gegrillt. Man kann die Zubereitung meist mitansehen. Zur Auswahl stehen neben Rinder- und Schweinefleisch auch Huhn, Krebs, Hummer oder Fisch.
Sushi
Sushi sind Fisch und Meeresfrüchte auf Reishäppchen. Es gibt auch vegetarisches Sushi.
Sashimi
Sashimi sind rohe, dünne Scheiben Fisch, die pur gegessen werden.
Fugu
Fugu ist der berühmte giftige Kugelfisch. Teile von ihm können verzehrt werden. Da er sehr teuer ist, wird man nur selten zu dem Vergnügen kommen, Fugu zu essen.
Yakitori
Yakitori sind Holzspieße mit Fleisch und Gemüse, die auf einem Holzgrill zubereitet werden.
Nabe-mono
Nabe-mono ist ein Eintopf, der aus allen möglichen Zutaten früher auf Bauernhöfen gekocht wurde
Oden ist eine Brühe mit Einlagen. Es gibt Eier, Tofu, Gemüse und Kartoffeln als Einlage.
Tempura
Tempura ging aus einem portugiesischen Gericht hervor, das Missionare mitbrachten. Meeresfrüchte werden in einen Teigmantel gehüllt und in Fett ausgebraten.
Tonkatsu
Tonkatsu sind panierte Schweinekoteletts. Sie werden so gebraten, dass sie sehr zart werden.
Okonomi-yaki
Okonomi-yaki sind eine Art Pfannkuchen, die aus Teig, Kohl und Zutaten nach Geschmack zubereitet werden. Meist werden sie am Tisch zubereitet.
Nudeln
Soba (Buchweizennudeln), Udon (Weizennudeln) und Ramen sind eine Volksspeise. Es gibt sie in unzähligen Variationen zu kaufen und eine Schale Nudeln macht günstig satt. Besonders in der kühlen Jahreszeit werden die heißen Nudeln geschätzt.
Eki-ben
Ekiben sind Essenspakete, die in Zügen und auf Bahnhöfen verkauft werden. Sie sind günstig (meist 600 bis 1000 en) und enthalten meist eine Spezialität der Gegend. Der Verkäufer am Bahnhof ruft "Bento, Bento!" Regionale Spezialitäten sind Imperial-bentou aus Tokyo, das sowohl Reis als auch Brot enthält, Hakkaku-bentou aus Shin-Osaka, das Essen der Kansai Region in einer achteckigen Schachtel, oder das Fukumeshi-bentou (Shin-Shimonoseki), das Kugelfisch enthält.
Getränke
Tee und Kaffee
Schwarzer Tee (koucha) ist verhältnismäßig teuer in Japan. Kaffee (kouhii) gibt es heiß oder als Eiskaffee. In den Cafes bekommt man morgens auch oft ein Frühstück mit Kaffee oder Tee, Toast und Eiern ab 300 Yen. Wie ein Freund von mir überraschend feststellen mußte ist Eiskaffee übrigens einfach kalter Kaffee mit Eiswürfeln drin!
Japanischer Tee
Japanischer Tee ist grün. Er ist das alkoholfreie Standardgetränk. Es gibt ihn zu jedem Essen gratis dazu. Als Ausländer bekommt man meist gekühltes Wasser, aber auf Anfrage natürlich auch Tee.
Softdrinks
Softdrinks gibt es überall durch die vielen Verkaufsmaschinen. Manche Sorten sind ungewohnt und klingen seltsam. Pocari Sweat ist z.B. ein isotonisches Getränk, Calpis ist eine Art säuerliche Buttermilch
Bier
Bier ist ein Standardgetränk und hat hohe Qualität. Es wurde am Ende des letzten Jahrhunderts eingeführt.
Sake
Sake (Reiswein) ist das traditionelle Getränk der Japaner. Es gibt verschiedenste Sorten, die man warm oder kühl trinkt. Dabei ist es üblich, immer nur den anderen einzuschenken. Die kleinen Schalen leert man auf einen Zug zum "Kampai.
Shouchuu
Shouchuu ist Schnaps mit 30% Alkoholgehalt. Vom Desinfektionsmittel (Edo-Zeit) zum Trend-Drink aufgestiegen, bekommt man ihn heute oyu-wari (mit heißem Wasser) oder chuuhai (Highball mit Soda und Zitrone).
Wein und anderes
Es gibt auch japanische Weine, doch die importierten haben ein hohes Ansehen. Whiskey und andere Spirituosen sind in den Bars genauso zu haben, wie fast jeder Cocktail aus Europa oder Amerika. |