| Spanische Eroberer, Cowboys und Indianer, Goldsucher und Spieler haben im Südosten Arizonas ihre Spuren hinterlassen. Die Atmosphäre des alten Westens ist noch in den Goldgräberstädten Tombstone und Bisbee sowie in den Missionsstationen des Padre Kino lebendig. Sie können in den mexikanischen Grenzstädten einkaufen gehen oder die unberührte Wüste des Organ Pipe Cactus National Monument erforschen.
In der Nähe der Stadt Oracle, liegt das international bekannte wissenschaftliche Projekt Biosphere 2 der Columbia Universität. In diesem Zentrum mit seiner riesigen Glaskuppel und seinen Pyramiden wurde eine absolute unabhängige Welt geschaffen, in der Wissenschaftler zwei Jahre lang komplett abgeschnitten von der Außenwelt und völlig auf sich gestellt zugebracht haben. Die Universität setzt ihre Untersuchungen dort fort. Es werden mittlerweile tägliche Führungen durch die Gewächshäuser, die Isolationskammern, den künstlichen Ozean, der ein karibisches Riff simuliert und andere Einrichtungen der Biosphere angeboten.
Fährt man 100 km südlich Richtung mexikanische Grenze, erwarten den Besucher einige Sehenswürdigkeiten, die er nicht verpassen sollte. Die erste ist das prächtige Kloster von San Xavier del Bac, das in dem an das Santa Rita Gebirge angrenzende Tal Santa Cruz liegt. Im Kloster, wegen seiner wunderschönen weißen, aus der Wüste des Tohono O`Odham Indianerreservats aufragenden Türme auch die "Weiße Taube der Wüste" genannt, werden noch immer Gottesdienste abgehalten. Im Jahre 1700 ließ der spanische Franziskanermönch Eusebio Francisco Kino mit dem Bau beginnen, seitdem wurde das Kloster liebevoll erhalten und restauriert und zählt zu den weltweit großartigsten Beispielen für Missionsarchitektur. Im Inneren befindet sich eine bemerkenswerte Ansammlung von Fresken und Wandgemälden, die dem Kloster zu dem Beinamen "amerikanische sixtinische Kapelle" verholfen haben.
Ein Stück weiter liegt die Künstlerkolonie Tubac. 1752 als spanische Garnison gegründet, werden Tubacs Straßen heute von farbenfrohen Geschäften und Galerien gesäumt. Im Tubac Presidio State Historic Park sind einige der erhaltenen Gebäude und historische Ausstellungen zu besichtigen.
Danach kommt man zum Tumacacori National Historical Park. Der größte Teil des 1691 von Pater Kino gegründeten, aus Lehm- und Ziegelstein gebauten Klosters steht noch heute. Informationstafeln erlauben einen Einblick in das damalige Klosterleben.
Eine von Arizonas neuesten und spektakulärsten Attraktionen ist der Kartchner Caverns State Park. Die in den Whetstone Bergen in der Nähe von Benson liegenden Höhlen sind erst seit 1999 der Öffentlichkeit zugänglich. Kilometerlange Durchgänge und 100 m breite Grotten, bewachsen mit phantastischen Stalaktiten, machen das Höhlensystem zu einem der größten in Amerika. Reservierungen bitte im Voraus vornehmen. Benson, ein kleiner Ort am San Pedro River, bietet Unterkünfte und sonstige Dienstleistungen an.
Sierra Vista entstand als eine Art Versorgungszentrum für das Fort nebenan. Während von seiner Geschichte recht wenig übriggeblieben ist, hat es sich mittlerweile zu einem Erholungsgebiet entwickelt, nicht zuletzt wegen seiner Höhenlage und seinem angenehm kühlen Klima. Nahe der Sierra Vista gibt es einige hervorragende Vogelschutzgebiete, darunter Ramsey Canyon Preserve, Carr Canyon und die San Pedro Riparian National Conservation Area.
In Tombstone, 64 km südöstlich von Sierra Vista, wurden viele Legenden des Wilden Westens geboren. Tombstone ist bekannt als "die Stadt, die zu zäh zum Sterben ist". In der Innenstadt ist noch ein Großteil der ursprünglichen Gebäude erhalten, was dem Städtchen eine besondere Atmosphäre verleiht. Am Eingang der Stadt befindet sich der Boot Hill, wo früher Geächtete und Banditen nach dem Hängen begraben wurden. Die Grabsteine liefern ein interessantes Zeugnis ihrer Missetaten. In Tombstones Innenstadt und den angrenzenden Wohngebieten säumen hölzerne Bürgersteine die Straßen und Gebäude von 1880. In der Allen Street gibt es heute Geschenkläden, Galerien, Saloons und Museen.
Am OK Corral kann man den Schauplatz der berühmten Schießerei zwischen den Earp-Brüdern und den Clanton-Gang besichtigen. Simulierte Schießereien finden täglich auf der Allen Street statt und es werden Bustouren in die Umgebung angeboten.
Bisbee, die Landeshauptstadt des Cochise Country, ist ein weiteres Zeugnis für den Bergbau und Reichtum, die Old West Country im letzten Jahrhundert geprägt haben. Die große Kupfermine am heutigen Stadtrand führte zur Stadtgründung und trug auch ihren Teil zum Wachstum und Wohlstand der Stadt bei. Die viktorianischen Häuser und Gebäude der Innenstadt Bisbees sind von Hügeln umgeben. Die Gebäude sehen aus wie damals, obwohl Bisbee heute eher eine Künstlerkolonie als eine Stadt im Aufschwung ist. Das Copper Queen Hotel, das Bisbee Grand Hotel und das Muheim Heritage House sind gute Beispiele für den Reichtum der Blütezeit Bisbees. Neben den einladenden Straßen dieser malerischen Stadt gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten. In der Queen Mine werden geführte Touren angeboten, die die den Besucher tief in den Schacht der Mine führen. Im Bisbee Mining and Historical Museum, das dem Smithsonian Institut angeschlossen ist, kann eine preisgekrönte Ausstellung mit Fotos aus Bisbees frühen Tagen besichtigt werden. Ein weiteres Beispiel des Wohlstandes des alten Westens ist das Gadsen Hotel in Douglas nahe der mexikanische Grenze.
Weiter nördlich bietet sich eine wunderschöne Fahrt durch die Gebirgslandschaft mit bemerkenswerten Gesteinsformationen und atemberaubendem Panorama des Chiricahua National Monument an. Die aufeinandergeschichteten Gesteinsblöcke, erheben sich zu Tausenden vom Boden. Im Besucherzentrum kann man sich ausführlich über dieses Naturphänomen sowie über den Lebensstil der Chiricahua Apache Indianer und über Wanderwege informieren.
In Dragoon, einer kleinen Ranchgemeinde, befindet sich das Amerind Foundation Museum, eines der angesehensten Museen über das Leben der amerikanischen Ureinwohner.
Zurück auf der Interstate 10 finden Besucher in Willcox das Cochise Besucherzentrum und ein Museum mit einer hervorragenden Sammlung indianischer Töpfereien und Werkzeugen, sowie eine sehr gute Ausstellung über das Dorfleben der Apache-Indianer. Das Rex Allen Arizona Cowboy Museum ist in einem Lehmziegelgebäude von 1890 untergebracht. |