



|

Muskogee Hier ist eine weitere Station, an der Sie viel über die amerikanischen Indianer, ihre Geschichte, ihre Lebensweise, ihre Kunst und ihr Schicksal in den vergangenen 200 Jahren erfahren können. Da ist zunächst einmal das Five Civilized Tribes Museum, dessen Name schon die Neugier weckt. Hier sei nur soviel verraten, dass Muskogee als die Hauptstadt der Indianernationen gilt, die in Oklahoma Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelt wurden. Dass diese Umsiedlung von Tausenden von Menschen eine der großen Tragödien der amerikanischen Geschichte ist, wird schon aus dem Namen "Trails of Tears" deutlich. Die im Museum gezeigten Gemälde und Skulpturen indianischer Künstler aus unseren Tagen befassen sich mit diesem und anderen indianischen Themen und sind ein begeisterndes Erlebnis. Erkunden Sie sich auch den wechselnden Ausstellungen.
Tahlequah Von Muskogee über die Rt. 62 ist es nur ein Katzensprung nach Tahlequah mit dem großartigen Cherokee Heritage Center. Schlagen Sie ihr Quartier, wenn es geht, für zwei Tage hier auf. Hier haben Sie die einzigartige Möglichkeit, an einem Ort die Geschichte eines Indianerstammes vor und nach der Einwanderung der Weißen kennen zu lernen. so waren die Cherokee ein durchaus sesshafter Stamm, der in solide gebauten Lehmhütten wohnte und auch in seiner Kleidung nicht unbedingt unseren Vorstellungen vom Indianer entsprach. Nach ihrer Vertreibung aus dem Südosten des Kontinents wurden sie in Oklahoma angesiedelt und bekamen Holzhütten, von denen man annahm, dass dies eine echte Verbesserung ihrer Lebensumstände bedeutete. Genau wie heute aber war eine "Entwicklungshilfe", die sich nicht an der Mentalität und den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert, weitgehend wertlos. Im Cherokee Heritage Center können zusehen, wie sich das tägliche Leben früher gestaltete, wie ein Einbaum entsteht, Sie können sich im Blasrohr-Schießen versuchen und Stickball spielen, das ist eine Urform aller Spiele mit Ball und Schläger. Die Führungen und Vorführungen werden von sehr engagierten Stammesmitgliedern abgehalten, die sich freuen, wenn Sie ihnen die Geschichte ihres Volkes nahe bringen können. Die Ausstellungen "Trails of Tears" zeichnet auf eindringliche Weise das entsetzliche Drama der Zwangsumsiedlung der Cherokee und anderer Stämme in das heutige Siedlungsgebiet nach. Historische Dokumente, Photos und Berichte von Augenzeugen und Teilnehmern sind von so beklemmender Dichte, das sich wohl niemand ungerührt abwenden kann.
Tulsa Tulsa ist eine Stadt, für die sie ebenfalls mehrere Tage einplanen sollten. Der Kunstliebhaben wird überrascht sein, an diesem Ort gleich zwei Kunstsammlungen von internationalem Rang vorzufinden. Zu verdanken sind die den Ölbaronen Thomas Gilcrease und Waite Phillips. Das Gilcrease Museum verfügt über die weltgrößte Sammlung zum Amerikanischen Westen: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen aus drei Jahrhunderten, von erlesener Qualität.
Bartlesville Bartlesville erreichen Sie von Tulsa über die Rt. 75 in nördlicher Richtung. In der Heimatstadt von Frank Phillips Petroleum Company, erleben Sie ein stattliches Beispiel amerikanischen Mäzenatentums. Da ist zunächst die Villa der Familie Phillips, heute ein Museum und ein wunderbares Beispiel neoklassischen Wohnstils. Phillips war ein großer Freund und Unterstützer der Indianer und wurde sogar zum Ehrenmitglied der Osage ernannt. Auf seiner großen Ranch Woolaroc richtete er ab 1925 ein Museum ein, dessen Sammlungen von Gemälden, Skulpturen, indianischem Kunsthandwerk und Handfeuerwaffen wohl einzigartig sind. Für Naturliebhaber ein besonderer Anreiz: Das weitläufige Gelände ist ein einziger großer Naturpark, mit Bisons, Hirschen und all dem heimischen Getier, das der Städter nur vom fernsehen kennt. Hier kann man es aus nächster Nähe erleben. Eines der unübersehbaren Wahrzeichen von Bartlesville ist der Price Tower, ein Hochhaus von 1956, dessen Entwurf von dem weltberühmten amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright stammt. Es ist aufgrund seines ungewöhnlichen Grundrisses und seiner unkonventionellen Raumaufteilungen für Büros sehenswert. Es ist übrigens das einzige Hochhaus, das F.L. Wright je entworfen hat. |



|