Gefunden in Weltinfo.com   

Türkei
Die Mittelmeer-Region

 

Das Mittelmeergebiet ist nach dem Meer, an das es grenzt, benannt worden. Die Region besteht aus einem 120 bis 180 km breiten Streifen, der im Westen nahe Köycegiz beginnt und im Osten am Basit-Kap am Ende der Provinz Hatay endet. Das 120.000 km² große Gebiet macht rund 15% der Türkei aus.

Die Mittelmeer-Region greift, ähnlich wie das Schwarzmeergebiet, nicht so tief in das Landesinnere wie der ägäische Raum. Sie erreicht nur eine Breite bis zu 180 und wird im Norden vom Taurus, im Osten vom Nurj Daglari jenseits des Golfes von Iskenderun begrenzt. Die Berge treten auf weiten Strecken bis dicht an die Küste heran. In den Ebenen um Adana (Seyhan) gedeihen Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten und Erdnüsse. Auch die Baumwollpflanzungen und Samenzüchtereien sind von wirtschaftlicher Bedeutung. Adana ist eine ausgesprochen reiche Stadt, dies gilt auch für die zu ihr gehörende Hafenstadt Mersin (Içel). Am Golf von Antalya finden sich, ähnlich wie im ägäischen Raum, zahlreiche antike Ruinenstädte, Zeugnisse einer stolzen Blütezeit.

Mit den natürlichen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten um den Golf von Antalya ist die Mittelmeerregion das wichtigste touristische Zentrum der Türkei. Im Golf von Antalya gibt es mehrere Feriendörfer und Hotels, die im Vergleich zu anderen Mittelmeerländern äußerst umweltfreundlich und modern sind und über eine entwickelte Architektur verfügen.

Antalya

Die Küstenstadt, die zu jeder Jahreszeit von Touristen aufgesucht wird. Antalya erweckt neben den natürlichen Schönheiten auch mit kulturellen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten unter den Touristen großes Interesse.
Die Yivli-Minareli-Moschee, die das Wahrzeichen der Stadt ist, die Murat-Pasa-Moschee, die Tekele-Mehmet-Pasa-Moschee, das Kaleiçi-Viertel, in der sich die Altstadt befindet, die mit verschiedenen exotischen Pflanzen geschmückten Parks sowie der Atatürk und Karaalioglu-Park, das Hadrian-Tor, das Atatürk-Museum sowie das Archälogische Museum sind sehenswert. Der im Osten gelegene Lara-Strand 
sowie der im Westen der Stadt liegende Konyaalti-Strand sind ideale Badeorte. Ferner gibt es in Antalya zwei Parks mit Springbrunnen und Wasserspielen. 

Nahegelegene interessante Orte sind die Wasserfälle Yukari Düden und Asagi Düden (Oberer und Unterer Düden-Wasserfall), der Wasserfall Kursunlu, das Wintersportzentrum Saklikent, der Güllük-Berg-Nationalpark und die darin liegende berühmte antike Stadt Termessos sowie die Karain-Höhle, in der in der älteren Steinzeit Menschen gelebt haben. 

Kemer

Der Ort Kemer an der westlichen Küste Antalyas zählt zu den schönsten Ferienorten Europas. Hier gibt es mehrere umweltfreundliche Feriendörfer. Mit dem schönen Yachthafen, den bunten Einkaufszentren, Bars und Restaurants und mit seinem amüsanten und abwechslungsreichen Lebensstil muß man Kemer selbst erleben. Jeden April findet in Kemer ein Karneval statt.

Phaselis

Im Süden von Kemer befindet sich die antike Hafenstadt Phaselis. Phaselis liegt in waldiger Umgebung und ist von mehreren schönen natürlichen Buchten umgeben. Südlich von Phaselis befindet sich die antike Stadt Olympos. Die Ruinen der Stadt stehen zwischen Lorbeerbäumen. Im Norden von Olympos liegt in 300m Höhe eine "Çirali" genannte heilige Stätte. Zwischen kleinen Felsspalten tritt hier Gas auf, das brennt. Der Mythologie nach kommen diese Flammen aus dem Mund des Drachens, den der lykische Held Bellerofontes getötet hat.

Finike

Die Kreisstadt Finike ist ein für seine Orangengärten bekannter Ferienort. Westlich von Finike liegt die antike Stadt Myra, heute Demre genannt. Der Heilige Nikolaus lebte in dieser Stadt und starb auch hier. An der Stelle des Grabs von Nikolaus steht eine Kirche, die in das Nikolaus-Museum umgebaut wurde. Jedes Jahr findet in Demre das St. Nikolaus-Festival statt.

Kalkan

In Kalkan an der Küste westlich von Antalya gibt es einen schönen Yachthafen. Kalkan ist mit seinen Hotels, deren Architektur an die europäische Renaissance erinnert, ein sehenswerter Ort. Nahe Kalkan liegt der längste Strand der Türkei, der Patara Strand (22 km). Patara ist zugleich der längste Strand in Europa. In der antiken Stadt Patara kann man Werke aus der lykischen Zeit sehen. Im Norden von Patara steht die antike lykische Hauptstadt Xanthos und die heilige lykische Stadt Letoon. Weiter nördlich kann man andere antike Städte wie Pinara und Tlos sehen, welche aufgrund ihrer architektonischen Werke sehenswert sind.

Pamphylien

Die Ebene östlich von Antalya hieß in der Antike Pamphylien. Das Gebiet mit langen Sandstränden ist heute bekannt für seine Feriendörfer, antiken Städte, Ferienorte und landwirtschaftlichen Anbaugebiete. Die 18km östlich von Antalya liegende antike Stadt Perge wurde von den Hethitern gegründet. Die heute erhaltenen Werke stammen mehrheitlich aus der römischen Periode. Unter den antiken Werken sind das Theater, Stadion, die Straßen, die Agora und die Badehäuser für Touristen äußerst interessant. Entlang der Küste von Belek, 40 km von Antalya entfernt, erstrecken sich mehrere moderne und große Ferienanlagen. Das Golfspielen auf den Plätzen mit internationalen Standards in dem mit Tannen bedeckten Ort Belek ist ein Genuß. Die antike Stadt Aspendos, 50km von Antalya entfernt, zählte zu den wichtigsten Städten Pamphyliens. Das wichtigste architektonische Werk der Stadt ist das Theater. Das im 2. Jahrhundert vom Architekten Zenon errichtete Theater zählt zu den am besten erhalten gebliebenen historischen Werken Anatoliens. Das Theater mit einer Zuschauerkapazität von 15.000 hat eine äußerst gute Akustik. Bei Kunstfestivals werden in diesem Theater jedes Jahr klassische Konzerte gegeben und Opern, Ballette und Theaterspiele in Szene gesetzt. Aspendos ist zugleich ein Zentrum der Goldschmiede und Juwelenverarbeitung. Hier haben Sie die Möglichkeit zu sehen, wie Gold verarbeitet wird.

Side

Side zählt zu den wichtigsten antiken Städten in der Türkei. Side liegt 80km östlich von Antalya auf einer kleinen Halbinsel. Das Theater mit einer Zuschauerkapazität von 25.000 in der Stadt ist das Größte in der Region. Das antike Badehaus ist in ein Museum umgebaut worden. Die Agora, die malerischen Brunnen, der Apollo Tempel, die Festungsmauern und die Ruinen des antiken Hafens sind interessante Werke. 

Alanya

Mit seinen schönen Stränden ist Alanya der einzige Ferienort in der Türkei mit städtischem Charakter. Entlang der Küste erstrecken sich mehrere Hotels und Feriendörfer. Die moderne Stadt ist im Osten und im Westen von langen Küstenstreifen umgeben. Die Altstadt dagegen befindet sich in der Stadtmitte auf einer Halbinsel. Die Seldschuken benutzten Alanya im Winter als Hauptstadt. Aus diesem Grund gibt es in der Stadt mehrere Werke aus der seldschukischen Zeit.

Das Seengebiet

Die wichtigsten Seen der Mittelmeerregion befinden sich im sogenannten Seengebiet im Westen. Die Provinz Isparta, die sich in der Mitte des Seengebietes befindet, ist bekannt für ihre Rosengärten, für Rosenöl und für ihre Teppiche. Der Egridir-See, der zu den schönsten Seen der Türkei zählt, ein Teil des Beysehir-Sees sowie der Kovada-See liegen im Bezirk Isparta. Der berühmte Gölcük-Kratersee südwestlich der Stadt Isparta ist über eine Fahrt durch Rosengärten zu erreichen. Im Norden des Egridir-Sees steht die antike Stadt Pisidian-Antiocheia. Der Apollo-Tempel, das Badehaus, die Apostel-Paulus-Basilika, das Theater und der Aquädukt sind interessante Werke der antiken Stadt.

Um Burdur herum gibt es insgesamt 14 Seen. Die 597m lange Insuyu-Höhle, in der sich 9 Seen befinden, der Salda-See mit seinem Sandstrand und den natürlichen Schönheiten sowie Kuruçay und Hacilar mit den antiken Städten Cibyra (Gölhisar) und Sagalassos (Aglasun) sind sehenswerte Orte im Bezirk Burdur.

Adana - die große Stadt im Land der Baumwolle

Die größte Stadt in der Mittelmeerregion ist Adana. Sie wurde an den Hängen des Taurusgebirges auf der fruchtbaren und für ihre Baumwolle bekannten Çukurova-Ebene gegründet, welche von den Flüssen Seyhan und Ceyhan bewässert wird. Die größte Menge an Baumwolle, Reis, Sesam und Erdnüssen wird in Adana angebaut. Die wirtschaftlich äußerst entwickelte Provinz ist zugleich ein Industriezentrum. Besonders landwirtschaftliche Industriezweige sind sehr entwickelt. Das wichtigste historische Werk in Adana ist die vom Herrscher Hadrian über dem Seyhan Fluß errichtete Steinbrücke. Die im 16.Jahrhundert errichtete Ulu-Moschee und der gleichnamige Komplex sowie die Hasan-Kethüda-Moschee aus dem selben Jahrhundert sind
sehenswert. Die beispiellose römische Mosaikkunst kann man in den antiken Städten Misis und Anavarza sehen. Yumurtalik und Karatas sind dagegen für ihre Strände bekannte Ferienorte.

Mersin

Der Ort, in dem sich Natur und Geschichte umarmen. Mit den mit Palmen umgebenen Straßen, den kleinen schönen Parks, den Hotels, Handelszentren und der freien Handelszone ist Mersin eine der modernsten Städte der Mittelmeerregion. Die Stadt verfügt zugleich über einen großen Handelshafen. Mersin, oder auch Içel genannt, ist von natürlichen und historischen Schönheiten umgeben. Das Land um die große Hafenstadt des römischen Reiches Tarsus wurde vom Seyhan-Fluß angespült und gefüllt. Die berühmte Königin Kleopatra und der römische Befehlshaber Antonius hatten sich in Tarsus getroffen. Ferner ist Tarsus der Geburtsort von Apostel Paulus. Die Ulu-Moschee, der Apostel-Paulus-Brunnen, das Kleopatra-Tor und der Tarsus-Wasserfall sind Sehenswürdigkeiten der Stadt. An dem Küstenstreifen zwischen Mersin und Silifke befinden sich antike Städte wie Pompeipolis (Viransehir), Kanytelis (Kanlidivane) und Korykos (Kizkulesi). Kizkulesi (zu deutsch "Mädchenturm") befindet sich auf einer kleinen Insel in 200m Entfernung zum Land. Im Nordwesten von Kizkulesi kann man die Höhlen Cennet (Paradies) und Cehennem (Hölle) sowie die Narlikuyu-Höhle mit Stalagmiten und Stalaktiten sehen. In der 90m tiefen Paradies-Höhle gibt es eine kleine Kirche aus der ersten Zeit des Christentums.

Die östliche Mittelmeerregion

Antakya

Die Stadt Antakya (Antiochien) im Osten der Mittelmeerregion ist nicht allein wegen ihrer historischen Bauten sondern auch wegen ihrer natürlichen Schönheiten ein touristischer Ort. Die Stadt wurde 307 v. Chr. von Alexander dem Großen bzw. genauer, von seinem General Antigones errichtet. In der römischen und byzantinischen Zeit war die Stadt ein wichtiges Handels-, Wissenschafts- und Glaubenszentrum. Zum ersten Mal in der Geschichte nannte man Anhänger des Christentums in diesem Gebiet, das bei der Verbreitung dieser Religion eine wichtige Rolle gespielt hat, "Christen". Im Mosaiken-Museum werden die wunderschönen und weltbekannten Mosaiken aus der Umgebung von Antakya ausgestellt. Im Osten der Stadt befindet sich die St.Peter-Felsenkirche, wo die ersten Christen zum Gottesdienst zusammengekommen waren. Die Habib-Neccar-Moschee wurde von Sultan Baybars aus einer Kirche in eine Moschee
umgebaut. Die größte Moschee der Stadt wurde im 17.Jahrhundert restauriert. Auch die in der römischen Zeit gebaute Festung von Antakya am östlichen Hügel der Stadt wurde mehrere Male restauriert. 

Iskenderun

Nahe der Stadt Antakya, aber im selben Bezirk Hatay, liegt die Stadt Iskenderun. Die Stadt mit einem großen Industrie- und Handelshafen wurde von Alexander dem Großen nach dem Sieg von Issus gegründet. Die breiteste, längste und mit Palmen beschmückte Promenade der Türkei befindet sich in Iskenderun. Auf der Promenade gibt es mehrere Parks, Kaffeehäuser und Restaurants. 34 km südlich von Iskenderun liegt die für ihre Strände bekannte Ferienortschaft Uluçinar (Arsuz). Sogukoluk im Südosten der Stadt dagegen ist eine besonders in heißen Sommermonaten zu empfehlende Alm. Die mit Tannen bedeckte Alm liegt 850m über dem Meeresspiegel. 

Kahramanmaras

Die Provinz Kahramanmaras verfügt über ein reiches historisches Erbe ist mit grünen Waldflächen bedeckt. In der Stadt versucht man durch Restauration und Instandhaltungsmaßnahmen die traditionellen historischen Häuser aufrechtzuerhalten. Handarbeiten wie Kupfer-, Messing-, Holz- und Perlmuttverarbeitung sind hier sehr entwickelt. Auch die goldenen und silbernen Souvenirs und Schmucksachen der Stadt sind berühmt. Das berühmte, im "Dibek" genannten Mörser gestampfte Maras-Speiseeis ist landesweit sehr gefragt.



©  by Weltinfo.com