Gefunden in Weltinfo.com   

Großbritannien
Der Dudelsack

 
Der Dudelsack, wie ihn die Pipe Band in Schwanden benutzen, ist schottischer Herkunft und ein Produkt des letzten Jahrhunderts. Mit einer Einschränkung allerdings: Da der Sack, das Luftreservoir, ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist, wird seit längerem Gore-Tex an Stelle des herkömmlichen Leders (vom Schaf = sheepskin) verwendet. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Höhe oder den Klang der Töne, die mit dem Instrument produziert werden, aber einen grossen Einfluss auf das Handling des Sackes. 

Der Ursprung des Dudelsack (engl. Bagpipe = Sackpfeife) liegt aber viel weiter zurück, als es der künstliche Sack vermuten lassen würde. Diesen Ursprung findet man auch nicht im schottischen Hochland, sondern irgendwo im Mittleren Orient, etwa 2800 vor Christus, in Form einer Hirtenflöte. Vom Zweistromland (das Land zwischen und um die Ströme Tigris und Euphrat, auch als Mesopotamien bekannt, im Altertum Heimat der Sumerer, Babylonier, Assyrer und Neubabylonier, heute größtenteils dem Staat Irak angehörend) kam er via Kleinasien und Griechenland entlang der alten Handelsrouten ins antike Rom. 

Wie die lateinische Sprache fand auch die Sackpfeife ihre Verbreitung durch die römischen Legionen. In Helvetien wurde vielleicht gut hundert Jahre früher als in Schottland Dudelsack gespielt. Dies ist allerdings recht ungewiss. Eindeutig belegt ist der Dudelsack lediglich als römisches Militärinstrument. Und er scheint sich bewährt zu haben, wenn man die Taten der römischen Truppen betrachtet. 

Im Mittelalter und bis ins 16. Jahrhundert war die Sackpfeife das typische Instrument der Landleute in allen Teilen Europas, auch in Schottland. Diese mittelalterlichen Dudelsäcke verschwanden dann meisten Orts und blieben auf rückständige Randregionen wie Sardinien, spanisch Galizien oder den Karpaten beschränkt, wo sie heute noch wie vor 500 Jahren gespielt werden. Die Ausnahme bildete Schottland, und hier in besonderem Masse die Highlands. Dort begann zu Anfang des 17. Jahrhunderts die Geschichte der Great Highland Bagpipe von heute. Zurückzuführen ist dies wohl auf die Abgeschiedenheit Schottlands und die Eigenart des Instruments, die den Schotten besonders zusagte. Womit wir aber mit den Schotten nicht entsprechende Beschreibungen wie knorrig, schwer zu handhaben, nur heiße Luft o. ä. verbinden wollen.

 
Beschreibung der Highland Bagpipe für Unbedarfte:

Blowpipe: Durch dieses Rohr pumpt der Piper unter grosser Anstrengung Luft in den Sack.

Bag mit Cover: Sack (Bag) aus Gore-Tex (Teflon) oder Leder, eingepackt in einen Überzug (Cover) vorwiegend aus Samt, kann aber auch aus dem Tartan des entsprechenden Band-Clans bestehen.

Chanter: Hierauf spielt der Piper die Melodie. Die Töne werden von einem Doppelblatt aus Holz erzeugt.

Dronen: Diese sollten die typische Bagpipe-Harmonie erzeugen, den Bass und den Tenor, zum Sopran (Chanter). 

Eine ausführlichere Geschichte, und dazu unterhaltsam, findet sich hier: 
Bagpipe Association of Germany www.bagev.de


©  by Weltinfo.com