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Jugoslawien
Geschichte
Jugoslawien in seiner bis zum Bürgerkrieg in den 1990er bestehenden Form entstand als serbo-kroatisches Staatsgebiet 1918 nach dem Ersten Weltkrieg aus Teilen Österreich-Ungarns (hpts. Krain (heutiges Slowenien), Kroatien-Slawonien, Dalmatien, Bosnien-Herzegowina und die Vojvodina) und den vorher unabhäbgigen Königreichen Montenegro und Serbien. Es nannte sich zunächst Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (1918-1920 Kraljevstvo Srba, Hrvata i Slovenaca, seit 1920 Kraljevina Srba, Hrvata i Slovenaca). Am 3. Oktober 1929 ließ es König Alexander I. während einer Staatskrise in Königreich Jugoslawien (Kraljevina Jugoslavija) umbenennen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde in der Westhälfte des Königreiches ein "unabhängiger" faschistischer Satellitenstaat Kroatien eingerichtet. Im östlichen Teil wurden in Serbien und Montenegro einheimische Regierungen unter deutscher beziehungsweise italienischer Besatzungshoheit eingesetzt, während die peripheren Teile Jugoslawiens (Slowenien, Dalmatien, Vojvodina, Mazedonien) von den Nachbarstaaten annektiert wurden. Parallel zu den Kriegshandlungen Italiens und der deutschen Wehrmacht fand ein Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Monarchisten statt, den die Kommunisten unter Josip Broz Tito für sich entscheiden konnten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jugoslawien als sozialistischer Bundesstaat aus sechs Teilrepubliken (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und Mazedonien) und zwei Autonomen Provinzen innerhalb der Republik Serbien Vojvodina und Kosovo wiederhergestellt.
Nachdem sich Tito mit Stalin zerstritten hatte, wurde Jugoslawien Hauptakteur der Bewegung der Blockfreien Staaten. Innenpolitisch wurde der immer wieder aufflackernde Nationalismus restriktiv unterdrückt. Nach dem Tode Titos kam es anfangs im Kosovo, danach auch in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu Separationstendenzen.
Im Laufe der Jahre 1991-1992 erklärten alle Teilrepubliken bis auf Serbien und Montenegro ihre staatliche Unabhängigkeit. Es kam zu lang anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen, die im bosnisch-kroatischen und im Kosovo-Krieg gipfelten.
Die Republiken Serbien und Montenegro bildeten im Jahre 1992 die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese - auch bekannt als "Restjugoslawien" - überstand nach dem Sturz Slobodan Miloševics im Jahre 2000 nur noch wenige Jahre. 2002 wurde vereinbart, dass sich Jugoslawien im Jahr 2003 endgültig auflöst. Nachfolger ist seit dem 4. Februar 2003 ein loser Verbund »Serbien und Montenegro«, dem beide Staaten als quasi unabhängige Staaten angehören. Sie streben offensichtlich die eigenständige Mitgliedschaft in der UNO an. 2006 soll die Bevölkerung über den Fortbestand dieser losen Vereinigung abstimmen. |
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