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Die chinesische Esskultur ist weltbekannt. Historischen Aufzeichnungen zufolge, nahm das System der chinesischen Kochkunst bereits vor 3000 Jahren, nämlich in der Shang Dynastie (ca. 16.- 11. Jh. v. Chr.), greifbare Gestalt an. Im 17. Jahrhundert trat diese Kochkunst in ihre Blütezeit ein.
China ist ein Land mit ausgedehntem Territorium, wo viele Nationalitäten leben und die klimatischen und geographischen Bedingungen von Gebiet zu Gebiet ganz verschieden sind. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der chinesischen Kochkunst wider. Nehmen wir die Han-Nationalität, die größte Volksgruppe Chinas, als Beispiel. Aus den historischen, kulturellen und regionalen Differenzen entstanden viele eigenartige Sitten und Gebräuche sowie Dialekte, d.h.: „Andere Regionen, andere Aussprachen“. Deshalb sind die Essgewohnheiten in verschiedenen Gebieten auch nicht ganz gleich. Manchen Leute bevorzugen saure Kost, andere mögen stark gepfefferte Speisen oder süße Delikatessen. Später entwickelten sich diese Essgewohnheiten zu den vier, acht oder zehn Küchen mit ausgeprägtem Lokalkolorit. Die Shangdong-Küche z.B. legt wert darauf, die Speisen mit Porree zu würzen und die Zutaten zu erlesen, wie geschmorte Seegurken mit Porree; die Sichuan-Küche ist für ihren scharfen und pikanten Geschmack weltbekannt, wie Fleischschnitzel mit Paprika; die Huaiyang-Küche schenkt der Anwendung klarer Brühe große Beachtung, die Speisen sind leicht gesalzen, nicht stark gewürzt und süßlich wie gedämpfter Maifisch; die Kanton-Küche achtet darauf, dass die Gerichte frisch und zart schmecken und nahrhaft sind, wie geröstetes Spanferkel usw.
Neben der Han-Nationalität gibt es in China noch 55 nationale Minderheiten. Sie haben auch ihre eigenen Essgewohnheiten und –sitten. Die Mongolen leben seit Urzeiten von Viehzucht und Jagd in den Steppen. Deshalb werden sie als die „Nationalität auf dem Pferderücken“ bezeichnet. Ihre Spezialitäten wie gerösteter ganzer Hammel, gegrillte Hammelkeule, Käse und Tee mit Milch sind im In- und Ausland bekannt. Die tibetische Nationalität, die auf dem „Dach der Welt“ wohnt, macht sich viel aus Zanba (zermahlene und geröstete Qingke-Gerste). Die nationalen Minderheiten in den südwestchinesischen Gebieten, wo das Klima feucht und heiß ist, bevorzugen gewohnheitsmäßig saure, bittere und scharfe Nahrungsmittel, z.B. gebackenen Fisch der Dai-Nationalität, der zuerst mit Ingwer und Pfeffer gewürzt, in Zitronellgras eingewickelt und dann auf Feuer gebacken wird.
In China sind die Festlichkeiten und Riten gewöhnlich mit Delikatessen verbunden. Die Bankette zum chinesischen Neujahr (Frühlingsfest), zu anderen traditionellen Festtagen, zur Hochzeit und zum Geburtstag oder zur Trauerfeier sind die volkstümlichsten und reizvollsten Aktivitäten in der chinesischen Esskultur. Am Silvesterabend (Vorabend des chinesischen Neujahres) müssen alle Familien der Han-Nationalität zu ihrer Zusammenkunft Jiaozi (Teigstückchen mit Gemüse- und Fleischfüllung) essen, denn Jiaozi symbolisiert Glück. Während des Frühlingsfestes sind Frühlingsrollen, Reissporridge mit Trockenfrüchten und Nüssen und „Acht-Juwelen“-Reispudding die allgemeinen Nahrungsmittel , wobei volkstümliche Festveranstaltungen stattfinden. In einigen Gebieten werden Tempel- oder Jahrmärkte veranstaltet, die bei allen Menschen sehr beliebt sind. Zugleich werden Löwenzahn, Akrobatik usw. aufgeführt und verschiedene Imbisse angeboten, so dass jeder Besucher Glück hat daran sich satt zu sehen und auf besonders leckere Bissen zu stoßen. Während der Festtage anderer Nationalitäten sind auch verschiedene Esswaren in Hülle und Fülle vorhanden, z.B. gedämpftes Brötchen der Mandschuren, gebratene Gebäcke der Hui-Nationalität, Zongzi (in Bambus- oder Schilfblätter eingewickeltes Klebreisklößchen) der Zhuang-Nationalität und mit der Hand zu essender Reis mit Hammelfleisch der Uiguren. Beim Essen gibt es verschiedene unterhaltende Einlagen, womit Freude ausgedrückt werden soll.
Menschen, die aus unterschiedlichen Schichten stammen und an unterschiedliche Religionen glauben, haben unterschiedliche Geschmäcker und Essgewohnheiten. Der Kaiserhof im chinesischen Altertum stellte eine privilegierte Schicht dar, die Feinschmecker war. Da die Gerichte speziell Kaisern und Kaiserinnen angeboten wurden, entstand die kaiserliche Küche. In China gibt es viele Buddhisten, einige von ihnen glauben an Mahayana und leben nur vegetarsich; die anderen, die an Hinayana glauben, essen sowohl pflanzliche Kost als auch Fleisch, solange sie selbst Tiere nicht schlachten; es ist Lamas verboten worden, nur Fleisch der Unpaarhufer, Geflügel mit fünf Klauen und Fische zu essen.
Außerdem gibt es in China zahlreiche schmackhafte Imbisse. In Guangdong haben die Einwohner eine Gewohnheit, den Frühtee zu trinken. Neben Tee können Teegäste sich selbst an kleinen Happen bedienen: z.B. geröstete Teigtäschchen mit Krabben- oder Schweinefleischfüllung und Reissuppe mit Fischfilet. Im Qianmen Hotel in Beijing gibt es ein Liyuan-Theater, in dem man die Pekingoper bewundern kann und Imbisse Beijings wie Maisbrötchen, Kuchen mit eingezuckerten Früchten und Erbsenbreikuchen probieren kann. Beim Bankett werden im allgemeinen vor den Hauptgängen kalte Vorspeisen gereicht. Mit der Suppe und dem Nachtisch endet das Bankett. Während des Banketts muss man Schnapps oder Wein trinken. Ferner essen Chinesen mit Essstäbchen. |