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Thailand
Diverses

 
Frauen allein unterwegs

Freizügige Kleidung und direkter Blickkontakt könnte thailändische Männer auf falsche Gedanken bringen. Kleiden Sie sich am besten so, dass Schultern, Oberarme und Knie bedeckt sind, und tragen Sie einen BH. Meiden Sie vor allem Gruppen von betrunkenen oder besonders ausgelassenen Männern. Wer sich selbst zurückhaltend benimmt und zweifelhafte Einladungen ablehnt, wird problemlos allein reisen können. Noch entspannter wird die Reise, wenn Sie sich mit einer Freundin zusammentun.

Prostitution

Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten heute in Thailand mehr als hunderttausend Frauen oder Jugendliche als Prostituierte. 
Dieses Gunstgewerbe hat in Thailand eine lange Tradition, welche bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. 

Bangkok erlebte Mitte des 19. Jahrhunderts einen regelrechten Bordell-Boom, als sich Tausende von chinesischen Einwanderern in der thailändischen Hauptstadt, vor allem im Gebiet des heutigen Chinatown, niederließen. Diese Chinesen lebten fernab von Frau und Familie, die sie größtenteils in der Heimat Zurückließen. So entstand eine Marktlücke der Lust, in welche junge chinesische Frauen traten. Auf diese Weise entstanden schon bald die ersten Bordelle. 

Während des Vietnam-Krieges in den sechziger Jahres des 20. Jahrhunderts kamen viele amerikanische Soldaten ins Land. Sie fanden ein weit verbreitetes Bordellwesen vor, und abseits des Krieges genossen sie die Gesellschaft der käuflichen Damen, welche den Soldaten das harte, eintönige Leben auf sehr angenehme Weise versüßten. So gaben diese amerikanischen Soldaten jährlich rund 400 Millionen Baht aus. Das entsprach etwa soviel, wie 250'000 Thais in jenen Tagen verdienten. 

Diese Ausgabefreudigkeit der Soldaten sprach sich schnell herum, und zahlreiche Bargirls zogen in das Umfeld der amerikanischen Stützpunkte und in die Nähe von Amerikanern bewohnten Hotels. Ohne sie hätten die Mädchen das Geld womöglich bei ihren eigenen Landsleuten verdient. Verglichen mit diesen waren die Fremden ungleich attraktiver. Schließlich konnte man bei den Fremden deutlich mehr verdienen und zudem war die Hoffnung verbreitet, von einem Soldaten geheiratet und in sein Land mitgenommen zu werden. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nur selten, eher blieb ein Mädchen, sehr oft mit einem Mischlingskind, in Thailand sitzen. Dauerhafte Ehen gingen nämlich aus den Fronturlaubs-Liebeleien kaum hervor. 

Als der Vietnam-Krieg zu Ende war, und die Soldaten zu ihren Familien zurückkehrten, entstand eine gewaltige Lücke. Viele Prostituierte verdienten nach dem Vietnam-Krieg kaum noch etwas. Diese Lücke sollte jedoch in den frühen 70er-Jahren durch den ständig wachsenden Tourismus gestopft werden. Die Sextouristen der ersten Stunde fanden eine gut eingespielte Prostitutions-Infrastruktur vor, die zu Hause in Europa schon bald zur Legende wurde. Der Name Thailand wurde gleichbedeutend mit Sex. Und diesen Ruf kann man, trotz allen Bemühungen, kaum mehr aus der Welt schaffen. 

In den letzten Jahren jedoch bemüht sich das Tourismus-Ministerium immens, diesen zweifelhaften Ruf loszuwerden und macht Werbung für Familien- und Kulturferien in Thailand. Doch leider gibt es auch heute immer noch eine Menge männlicher Touristen, welche nur des Sexes wegen nach Thailand reisen. In einigen Fällen werden sogar Kinder missbraucht und nicht selten kann man in den Medien erfahren, dass dort wieder ein Fremder verhaftet wird, welcher Sex mit Minderjährigen hatte. 

Viele ausländische, männliche Sextouristen sind der Meinung, dass sie in Thailand unerkannt bleiben und deshalb dort vor nichts zurückschrecken. Dabei handelt es sich durchaus um Geschäftsleute, um Hochschulabsolventen oder um Manager. Diese drehen unter anderem mit thailändischen Kindern Pornofilme oder speisen entsprechende Bilder ins Internet. Wenigstens werden diese dunklen, sadistischen Gestalten nach deren Auffinden hart bestraft. 

Eine besondere Tatsache ist, dass die Prostitution in Thailand eigentlich verboten ist. Alle mit Prostituierten verbundenen Unternehmen können nur durch monatliche Zahlungen an das örtliche Polizeirevier weiterbestehen. Eine Einstellung der Zahlungen hätte eine sofortige Razzia zur Folge. 
Jedermann in Thailand weiß, dass trotz allen Bemühungen die Prostitution fortbestehen wird, und gelegentlich werden Rufe nach deren Legalisierung laut. Aber einer Legalisierung stehen die Lehren des Buddhismus im Wege, der diese verbietet. So wird die thailändische Gesellschaft auch in Zukunft mit Doppelmoral leben müssen. 

Moral

In den Augen der "normalen" Thais sind Prostituierte sozial indiskutabel, sie stehen auf den untersten Stufen der Hierarchie. Kaum ein Thaimann möchte eine solche Frau heiraten. Meist nur fernab ihres Arbeitsplatzes, den sie schließlich irgendwann aus Altersgründen aufgeben müssen, haben diese Mädchen die Chance zu heiraten; meistens ist dies irgendwo in ihrer Heimat, wo niemand von ihrer Vergangenheit weiß. 

Viele Prostituierte versuchen, nicht als solche erkannt zu werden. Jedoch gelingt das ihnen aber nur selten. Die Thais haben nämlich, im Gegensatz zu den Touristen, ein instinktives Gespür, sie zu identifizieren. Man erkennt sie an der Kleidung, an der Ausdrucksweise, am Verhalten und am Habitus. 
Die Prostituierte sind zwar ein willkommenes Ventil für sexuellen Überdruck; aber sozialen Dank ernten sie, wie überall auf der Welt, dafür nicht. Falls sie doch zu relativ grossem Reichtum kommen, was zwar eher selten der Fall ist, haben sie dennoch die Möglichkeit, von der Gesellschaft einigermassen gut akzeptiert zu werden. Diese Frauen verlieren zwar durch ihr Gewerbe ihr Gesicht, aber dieses lässt sich durch den erarbeiteten Reichtum zum Teil wieder wettmachen. 

Ein grosser Teil des sauer verdienten Geldes wird in teure Kleidung oder auffälligen Goldschmuck investiert, um wenigstens nach aussen den Anschein von Reichtum zu erwecken, und ein nicht unwesentlicher Teil davon wird oft in endlosen Spielrunden verzockt. 
Ausserdem gibt es Prostituierte, die rauchen oder des öfteren Alkohol trinken. 

Die Kontaktaufnahme zwischen Farang-Mann und Bar-Girl

Es ist nicht zu leugnen, dass heute viele männliche Westler nach Thailand reisen, mit dem Gedanken, eine nette Thailänderin kennen zu lernen. Die zahlreichen Bars und Coffee-Shops in den größeren Städten bieten die Gelegenheit, auf einfacher Weise eine Thaifrau zu finden. Allerdings sind diese Thai-Farang-Liaisonen sehr oft nur von kurzer Dauer. Nichtsdestotrotz gibt es Fälle, in denen sich mehr daraus entwickelt. Es wird meistens kaum berücksichtigt, dass diese Frauen eigentlich Prostituierte sind. Der einzige Grund, der sie in ihren Beruf gebracht hat, ist das Geld. Und nichts anderes. Mittels Prostitution kommen diese Frauen einigermaßen über die Runden. Der Beginn einer Bar-Bekanntschaft beruht also auf dem Wunsch, Geld zu verdienen. Bei den so anschmiegsamen, freundlichen Wesen fällt auch dem Farang das Zahlen nicht schwer, der daheim seinen Freunden oder Verwandten nur ungern etwas spendiert. Die Regeln von Zuhause lösen sich dank der unwiderstehlichen, charmanten Thaifrauen im Nichts auf. 

Mancher Barbesucher, der sich ein Mädchen ins Hotel genommen hat, ist von deren frischer und offener Art begeistert und er wird dabei nicht selten zum Wiederholungstäter. Möglicherweise holt er dasselbe Mädchen am nächsten Abend wieder aus der Bar. Anfangs finden sich beide gegenseitig sympathisch, später verliebt sich sogar der Mann in diese nette thailändische Frau; sie mag ihn eigentlich auch ganz gern. Sie ist der Meinung, dass er einer der netteren Kunden, der nicht so sehr betrunken und aggressiv, ist. Er verspricht ihr nun finanzielle Unterstützung, damit sie nicht mehr in der Bar arbeiten muss. Ein verlockender Gedanke für das Mädchen, weil die wenigsten von ihnen ewig in der Bar arbeiten wollen oder können. Natürlich denkt sich diese Frau, dass jener Mann viel Geld zu haben scheint. Sie einigen sich zuerst auf einen gemeinsamen Urlaub in Pattaya, Phuket oder Chiang Mai. Kurz vor der Abreise des Mannes entschliesst er sich, dass diese Frau unbedingt mit in seine Heimat kommen muss. Nach den üblichen Visumsproblemen ist es dann soweit. Der Mann und seine thailändische Flamme fliegen gemeinsam in seine Heimat. Er zahlt den Eltern der Zukünftigen einen ordentlichen Brautpreis, wie sich das so gehört. Natürlich sind diese zweihunderttausend Baht viel Geld, aber was tut man nicht alles für eine solche nette Frau. 

Gathoeys, die sexuellen Grenzgänger

Nicht alles ist in Thailand so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Diese Erkenntnis gilt auch für manche schöne Frau, nach der sich die Männer auf der Strasse die Köpfe verdrehen. Denn Thailand ist die Heimat einer ungewöhnlich hohen Zahl von Gathoeys, den Transsexuellen oder Transvestiten. Viele Thais behaupten, dass diese oft schöner sind als die echten Frauen. 

Jährlich lassen sich einige Hunderte von jungen Männern operativ zu Frauen machen. Thailändische Geschlechtsumwandlungs- und Schönheitschirurgen gehören zur Weltspitze und leisten eine solche perfekte Arbeit, dass es oft auch bei genauer Inspektion nicht auffällt, dass die Dame vor kurzem noch ein Herr war. Einzig die tiefe Stimme verrät die Vergangenheit. 

Bei den Operationen werden aus den männlichen Geschlechtsteilen die weiblichen geformt. Der Adamsapfel wird entfernt und mit Hormonen und Kunststoffen werden Brüste gebildet. Ausser der Schönheit ist häufig mit dieser neuen Identität nicht viel gewonnen. Zahlreiche Gathoeys arbeiten als Prostituierte, weil sie keinen anderen Job finden können. Meistens kann der männliche Tourist den Gathoey nicht als solchen erkennen, aber die Thais können das jedoch sehr wohl. Kein seriöser Arbeitgeber würde eine solche Person einstellen. Wer Glück und Talent hat, erhält möglicherweise in einem der zahlreichen Transvestiten-Kabaretts von Bangkok oder Pattaya eine Chance, dort aufzutreten. Nicht wenige Gathoeys, die sich prostituieren, gleiten in die Kriminalität ab. Diebstähle und Raub sind somit keine Seltenheit. 

Doch in der thailändischen Gesellschaft werden die Gathoeys deutlich toleranter behandelt als beispielsweise Transsexuelle im Westen. Die Toleranz hat jedoch ihren Grund, denn die auf allgegenwärtige Schönheit begierigen Thais sehen die Gathoeys als das, was sie an der Oberfläche sind, nämlich als hübsche, graziöse Wesen, die den Vergleich mit ihren Schwestern nicht zu scheuen brauchen. Mit anderen Worten: Alles ist akzeptabel, nur schön muss es sein.



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